
Ein Artikel von Money.pl vom späten Abend des 19. Mai 2026 enthüllte, dass die EU-Innenminister informell darüber diskutieren, ob Männer im wehrfähigen Alter, die aus der Ukraine fliehen, weiterhin automatisch vorübergehenden Schutz genießen sollen. Unter Berufung auf die EU-Sonderbeauftragte Ylva Johansson berichtet der Artikel, dass „begrenzte, aber gezielte“ Einschränkungen geprüft werden, darunter ein mögliches Asylverbot für Ukrainer, die trotz der Mobilisierungsanordnung Kiews das Land verlassen haben. Polen beherbergt derzeit etwa 1,3 Millionen ukrainische Staatsangehörige unter der Richtlinie zum vorübergehenden Schutz (Temporary Protection Directive, TPD); etwa ein Drittel davon sind Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren. Laut dem polnischen Ministerium für Familie und Sozialpolitik haben 260.000 von ihnen aktive Arbeitsverträge, viele in der Produktion, Logistik und IT-Auslagerung. Sollte Brüssel die Anspruchsberechtigung einschränken, könnten Unternehmen für Hunderte Beschäftigte Arbeitserlaubnisse und PESEL-UKR-Nummern entzogen werden. Warschau hat noch keine offizielle Position bezogen, doch Beamte erklärten gegenüber PAP, dass jede Änderung auf EU-Ebene einstimmige Zustimmung des Rates erfordern und wahrscheinlich humanitäre Ausnahmen enthalten würde. Dennoch raten Migrationsanwälte Arbeitgebern, ihre ukrainischen Beschäftigten zu überprüfen und jene zu kennzeichnen, deren Aufenthaltsstatus ausschließlich auf der TPD beruht. Notfallpläne sehen vor, berechtigte Arbeitnehmer über das MOS-Portal auf polnische nationale Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse (zezwolenie na pobyt czasowy i pracę) umzustellen – ein Online-Verfahren, das nun eine qualifizierte elektronische Unterschrift des sponsoring Unternehmens erfordert. Sollte die Reform umgesetzt werden, könnte sie auch Grenzgänger betreffen. Tausende ukrainische Lkw-Fahrer arbeiten mit polnischen Transportlizenzen und genießen den TPD-Status; der Verlust dieses Status könnte sie zwingen, reguläre C-Arbeitsvisa zu beantragen, was die administrativen Hürden in regionalen Lieferketten erhöhen würde. Personaldienstleister empfehlen, für alternative Genehmigungen eine Vorlaufzeit von drei bis vier Monaten einzuplanen, insbesondere in den Woiwodschaften Masowien und Lublin, wo die Terminrückstände über 60 Tage betragen. Ein Zeitplan wurde bislang nicht festgelegt, doch Insider berichten Money.pl, dass das Thema beim Rat für Justiz und Inneres am 26. und 27. Juni auf die Tagesordnung kommen wird. Unternehmen mit großen ukrainischen Belegschaften sollten dieses Treffen aufmerksam verfolgen und Kommunikationsstrategien vorbereiten, um betroffene Mitarbeiter zu beruhigen.
Quelle: Money.pl
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