
Thailand hat die automatische visumfreie Einreise von 60 Tagen für Inder und 92 weitere Nationalitäten, die seit Mitte 2024 galt, beendet. Ein Kabinettsbeschluss vom 19. Mai wurde am 21. Mai 2026 veröffentlicht und gibt Reisenden 15 Tage Zeit, sich auf die Änderung einzustellen. Nach den neuen Regeln erhalten die meisten der 93 betroffenen Nationalitäten – darunter auch Indien – nur noch eine 30-tägige visumfreie Einreise, während Indien speziell von der visumfreien Liste auf das Visa-on-Arrival (VOA)-System umgestellt wird. Für indische Urlauber und Unternehmen, die regelmäßig Mitarbeiter zu Meetings oder regionalen Einsätzen nach Bangkok schicken, bedeutet dies mehr Bürokratie an der Grenze, längere Warteschlangen am Flughafen und eine Gebühr von 2.000 Baht (ca. 4.500 ₹) bei Ankunft. Reisende müssen zudem einen Nachweis über finanzielle Mittel (10.000 Baht pro Person), eine bestätigte Unterkunft sowie ein Rück- oder Weiterreiseticket vorlegen. Verlängerungen über 30 Tage müssen nun bei einer örtlichen Einwanderungsbehörde beantragt und begründet werden, anstatt automatisch gewährt zu werden. Die thailändischen Behörden begründen die Rücknahme mit dem Ziel, Visumsmissbrauch, illegale Arbeit und grenzüberschreitende Kriminalität einzudämmen, die unter dem großzügigen 60-Tage-Modell florierten. Sie betonen, dass die Regelung „nationalitätenneutral“ sei, doch Branchenvertreter warnen, dass Indiens schnell wachsender Freizeitmarkt bei Wochenendtrips künftig zweimal überlegen könnte – zumal die Flugpreise bereits um 18 % im Jahresvergleich gestiegen sind. Indische Reiseveranstalter raten ihren Kunden, die VOA-Formulare online vorab auszufüllen, mehr Zeit am Flughafen einzuplanen und alternative Reiseziele wie Indonesien oder Vietnam in Betracht zu ziehen, die für Inder weiterhin 30 Tage visumfreie Einreise bieten. Unternehmen, die Kurzprojekte in Thailand planen, sollten die Einsatzdauer prüfen, da mehrere VOA-Einreisen im selben Kalenderjahr bei den Einwanderungsbehörden auffällig werden könnten. Aus Sicht von Mobilitätsprogrammen empfiehlt es sich, Langzeitentsendungen auf Thailands Smart Visa oder Long-Term Resident (LTR)-Programme umzustellen, die unverändert bleiben. Kurzfristig sollten Personalabteilungen ihre Reiserichtlinien aktualisieren, Reisende über Bargeld- und Versicherungsanforderungen informieren und weitere regulatorische Anpassungen im Rahmen der umfassenden Einwanderungsreform Bangkoks im Blick behalten.
Quelle: The Financial Express