
Nach dem landesweit stark beachteten Bahnstreik am 10. Juni haben die vier repräsentativen Eisenbahngewerkschaften Frankreichs am 12. Juni angekündigt, ihre gemeinsame Streikankündigung mindestens bis zum 23. Juni aufrechtzuerhalten. In Interviews mit der Fachzeitschrift Ville Rail & Transports erklärten Gewerkschaftsvertreter von CFDT Cheminots, Sud-Rail und UNSA Ferroviaire, sie erwarteten konkrete Zugeständnisse der Geschäftsleitung zu Personal, Sicherheit und Bezahlung bei einer für diesen Termin geplanten Gesprächsrunde. Der Streik am 10. Juni führte zu Ausfällen oder Einschränkungen bei TGV-, Intercités- und wichtigen regionalen TER-Verbindungen, was tausende verpasste Anschlussverbindungen bei internationalen Reisen zur Folge hatte, die auf Pariser Knotenpunkte angewiesen sind, um Lyon-Saint-Exupéry, Brüssel oder Genf zu erreichen. Angesichts des bevorstehenden G7-Gipfels und des zunehmenden Sommerreiseverkehrs könnten anhaltende Arbeitskämpfe zu Kettenreaktionen mit Verspätungen bei Anschlussflügen und Eurostar-Verbindungen führen. Geschäftsreisende werden dringend gebeten, alternative Verbindungen von der Bahn zum Flugverkehr bereitzuhalten und Reisende auf mögliche kurzfristige Ausfälle vorzubereiten. Die SNCF Voyageurs hat einen ersten Notfallplan veröffentlicht, wird detaillierte Fahrpläne jedoch erst 48 Stunden vor einem neuen Streik bekanntgeben, gemäß der französischen Mindestdienstleistungsregelung. Unternehmen, die auf Schienengüterverkehr für Just-in-Time-Lieferungen angewiesen sind, sollten sich ebenfalls auf Kapazitätsengpässe auf wichtigen Korridoren wie Paris-Lyon-Marseille einstellen. Der Konflikt trifft die Regierung in einer heiklen Phase, da sie die Bahn als umweltfreundlichere Alternative zu Inlandsflügen im Rahmen des Kurzstreckenflugverbots 2024 fördert; eine längere Störung könnte dieses politische Ziel untergraben und Forderungen nach regulatorischem Eingreifen nach sich ziehen.
Quelle: Ville Rail & Transports
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