
Am 15. Juni 2026 bestätigte die Europäische Kommission, dass die Änderungen der Single-Permit-Richtlinie nun in der gesamten EU, einschließlich Belgien, vollständig in Kraft sind und die Rechtsgrundlage für eine EU-weite Talent-Pool-Plattform geschaffen wurde. Die überarbeitete Richtlinie fasst Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis in einer digitalen Genehmigung zusammen und verpflichtet die nationalen Behörden zu einer Bearbeitungsfrist von 90 Tagen. Besonders wichtig für multinationale Unternehmen in Brüssel und darüber hinaus: Ausländische Arbeitnehmer mit einer Aufenthaltserlaubnis in einem anderen EU-Land können nun einen belgischen Single Permit beantragen, ohne zuvor den Schengen-Raum verlassen zu müssen. Die belgischen Regionen – Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt – haben begonnen, ihre internen Abläufe an die neue Frist anzupassen, was eine deutliche Verbesserung gegenüber den bisherigen Wartezeiten von sechs bis neun Monaten darstellt, die Arbeitgeber oft frustrierten. Personalverantwortliche erwarten, dass der vereinfachte Prozess die Unsicherheit beim Eintrittstermin für hochqualifizierte Fachkräfte wie IT-Ingenieure und Forscher im Bereich Life Sciences verringert – Branchen, in denen Belgien im Wettbewerb mit den Nachbarländern steht. Die Richtlinie stärkt zudem die Rechte der Arbeitnehmer, indem sie es Inhabern der Genehmigung unter bestimmten Bedingungen erlaubt, den Arbeitgeber zu wechseln und bei Jobverlust vor Ablauf der Genehmigung legal im Land zu bleiben. Diese Regelungen erfordern von belgischen Unternehmen Anpassungen ihrer Compliance-Programme, insbesondere bei Meldepflichten, wenn sie Genehmigungsinhaber von Wettbewerbern einstellen. Parallel zur Richtlinie soll der EU Talent Pool nicht-EU-Kandidaten über eine zentrale digitale Plattform mit Arbeitgebern zusammenbringen, die bis Ende 2027 vollständig eingeführt werden soll. Belgischen Arbeitgebern, insbesondere KMU ohne globale Rekrutierungsnetzwerke, eröffnet sich damit frühzeitig Zugang zu einem breiteren Talentpool. Datenschutz- und Antidiskriminierungsauflagen müssen dabei jedoch genau beachtet werden. Mobility-Manager sollten den Kontakt zu den belgischen Regionalbehörden suchen, um Antragsportale, erforderliche Unterlagen und Bearbeitungsfristen zu klären. Eine frühzeitige Abstimmung hilft Unternehmen, den neuen, schnelleren Weg zur Gewinnung wichtiger Talente zu nutzen und gleichzeitig die Einhaltung der sich wandelnden Einwanderungsbestimmungen sicherzustellen.
Quelle: The Brussels Times