
Der Weltflüchtlingstag fiel auf Samstag, den 20. Juni, und die Schweiz stand im Mittelpunkt der europäischen Gedenkveranstaltungen. Laut dem Veranstaltungskalender des UNHCR Europa richtete Bern am 23. Juni ein zentrales Symposium zum 75. Jahrestag der Flüchtlingskonvention aus, doch die Vorbereitungen begannen bereits am Wochenende mit Dutzenden von bürgerschaftlichen Aktionen im ganzen Land. Gemeinden von Basel bis Lugano organisierten „Solidaritätsmärsche“ und mobile Rechtsberatungen, bei denen Asylsuchende Informationen zu Arbeitserlaubnissen und Familienzusammenführungsverfahren erhalten konnten. Die humanitäre Tradition der Schweiz betonte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider bei einer Veranstaltung in Lausanne, als sie erklärte, die Konvention bleibe „das rechtliche Rückgrat unseres Asylsystems und der europäischen Mobilität insgesamt“. Ihre Worte fallen in eine Zeit, in der der neue Migrations- und Asylpakt der EU – der nächstes Jahr in Schweizer Recht umgesetzt werden soll – darauf abzielt, Registrierung und Rückführungen zu vereinfachen und gleichzeitig die Bewegungsfreiheit anerkannter Flüchtlinge zu sichern. Aus Sicht der Unternehmensmobilität nutzten mehrere multinationale Konzerne den Tag, um ihre Programme zur Integration von Flüchtlingstalenten hervorzuheben. Novartis kündigte an, sein Trainee-Programm „ReStart“, das sich an geflüchtete Fachkräfte mit MINT-Hintergrund richtet, bis 2027 auf 80 Plätze in der Schweiz zu verdoppeln. Gleichzeitig verpflichtete sich Zurich Insurance, Flüchtlinge in seine paneuropäische Plattform für Remote-Arbeit zu integrieren – eine Initiative, die mit der geplanten Schweizer Aufenthaltsbewilligung für digitale Nomaden im Einklang steht. Für Mobility Manager ergeben sich daraus zwei praktische Erkenntnisse: Erstens werden humanitäre Visakanäle (insbesondere die „Humanitäre L-Bewilligung“) weiterhin politisch unterstützt; zweitens wird die Einstellung von Flüchtlingstalenten zunehmend zu einem festen Bestandteil der ESG-Berichterstattung. Unternehmen, die diese Wege nutzen wollen, sollten frühzeitig mit den kantonalen Arbeitsämtern zusammenarbeiten, da die Anerkennung ausländischer Qualifikationen noch bis zu sechs Monate dauern kann.
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