
Am 23. Juni veröffentlichte das indische Innenministerium die Foreign Contribution (Regulation) Amendment Rules 2026, die umfassendste Überarbeitung des FCRA-Rahmens seit 2020. Während das Gesetz die Finanzierung gemeinnütziger Organisationen regelt, haben die Änderungen auch Auswirkungen auf multinationale Non-Profit-Organisationen und Unternehmen, die Expatriates in indischen Repräsentanzen beschäftigen. Wichtige Neuerungen erweitern die Definition des „Schlüsselakteurs“ um Direktoren, Partner und Treuhänder – diese haften nun persönlich für Meldeversäumnisse – und verlangen von allen bereits FCRA-registrierten Organisationen, innerhalb eines Jahres ein neues Formular einzureichen, das Zweck und geografischen Tätigkeitsbereich angibt. Weitere Auslandsgelder dürfen erst freigegeben werden, wenn 75 Prozent der vorherigen Tranchen vor Ort genutzt und geprüft wurden. Die Registrierungsgebühren werden künftig pro Bundesstaat und Aktivität berechnet, was die Kosten für Organisationen mit landesweiten Programmen erhöht. Organisationen mit ausländischen Schlüsselakteuren unterliegen strengeren Kontrollen, und es werden quantitative Mindestanforderungen – sogenannte „angemessene Aktivitätstests“ – eingeführt, um inaktive NGOs auszusondern. Multinationale Stiftungen und Entwicklungsberatungen befürchten, dass der erhöhte Verwaltungsaufwand zusätzliche Compliance-Mitarbeiter erfordert oder die Verlagerung einiger Programme auf indische Partnerorganisationen notwendig macht. Expatriierte Mitarbeiter mit B-Geschäfts- oder Arbeitsvisa müssen sicherstellen, dass die Gastorganisationen vollständig regelkonform bleiben, da Verstöße gegen das FCRA zur Visastreichung oder zur Schwarzen Liste von Personen führen können. Rechtsexperten empfehlen eine sofortige Lückenanalyse, die Überarbeitung von Vorstandsbeschlüssen und eine frühzeitige Zusammenarbeit mit anerkannten Wirtschaftsprüfern, um die neuen Offenlegungsanforderungen rechtzeitig vor Ablauf der einjährigen Übergangsfrist zu erfüllen.
Quelle: ET Legal World
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