
Reisende in Westpolen erlebten am 25. Juni erhebliche Zugausfälle, nachdem ein PKP IC-Personenzug Richtung Stettin bei Białośliwie im Kreis Piła von einem Güterzug seitlich gerammt wurde. Die Rettungskräfte teilten der Anadolu Agentur mit, dass zwei Personen leichte Verletzungen erlitten, jedoch wurden sechzehn Feuerwehr- und Rettungseinheiten alarmiert, da mehrere mit Holz beladene Wagen umstürzten und beide Gleise blockierten. Der Infrastrukturbetreiber PKP PLK musste den Verkehr auf der wichtigen Strecke Posen–Bydgoszcz einstellen, bis die Ermittler der Staatlichen Eisenbahnunfallkommission den Unfallort untersuchen konnten. Erste Daten aus dem digitalen Signalsystem deuten darauf hin, dass der Güterzug möglicherweise ein Halt-Signal überfahren hat, während Gewerkschaften auf hitzebedingte Gleisverformungen im Zuge der landesweiten Hitzewelle hinweisen. Ersatzbusse wurden organisiert, doch die Kapazitäten sind begrenzt; die Strecke befördert normalerweise täglich 11.000 Fahrgäste und 3.000 Tonnen Fracht und verbindet Fabriken in Großpolen mit den Ostseehäfen. Logistikanalysten warnen, dass Spediteure, die Autoteile nach Deutschland transportieren, Umleitungen über Łódź einplanen müssen, was die Transitzeit um bis zu sechs Stunden verlängert. Der Unfall ereignet sich zu einem sensiblen Zeitpunkt: PKP PLK befindet sich mitten in einem 1,7 Milliarden Euro schweren, von der EU geförderten ERTMS-Ausbau, der die Streckengeschwindigkeit auf 160 km/h erhöhen und mehr Güterverkehr ermöglichen soll. Das Infrastrukturministerium erklärte, dass die Erkenntnisse aus der Untersuchung in neue Hitzeschutzprotokolle für Gleise und Fahrzeuge einfließen werden. Für Arbeitgeber, die Mitarbeiter zwischen Posen, Piła und der Dreistadt pendeln lassen, könnten vorübergehend Notfallpläne wie versetzte Schichten oder Homeoffice nötig sein, bis der volle Betrieb voraussichtlich Anfang nächster Woche nach Austausch der beschädigten Schwellen und erneuter Signalzertifizierung wieder aufgenommen wird.
Quelle: Anadolu Agency
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