
Umweltschützer übergaben der Walliser Kantonsregierung am Samstag eine Petition mit 8.000 Unterschriften, in der die sofortige Entfernung der menschengemachten Eishöhle am Rhonegletscher gefordert wird. Die Grotte, die seit 1870 jährlich in den Gletscher gehauen wird, ermöglicht Touristen gegen Gebühr einen Durchgang durch das uralte Eis – Kritiker warnen jedoch, dass das Tunnelbauen die Schmelzraten beschleunigt und Besucher gefährdet, da die Schweizer Gletscher in Rekordtempo zurückgehen. Im vergangenen Sommer begrüßten Reiseveranstalter im Goms-Tal über 100.000 Besucher, viele davon auf organisierten Tagesausflügen aus Genf und Mailand. Lokale Unternehmen warnen, dass eine Schließung der Attraktion die Sommerumsätze um bis zu 10 Millionen CHF einbrechen lassen könnte. Wissenschaftliche Studien der ETH Zürich zeigen jedoch, dass der Gletscher seit 2020 jährlich fünf Meter an Dicke verloren hat, was Befürchtungen nährt, dass Teile der Höhle ohne Vorwarnung einstürzen könnten. Planer für globale Mobilität, deren Expat-Mitarbeiter alpine Ausflüge im Rahmen von Umzugspaketen organisieren, sollten die Debatte genau verfolgen. Sollte die Betriebserlaubnis entzogen werden, müssten von Destination-Services beworbene Reiserouten angepasst werden, und Versicherer könnten geführte Gletscherwanderungen als risikoreicher einstufen, was den Versicherungsschutz beeinflusst. Die Walliser Behörden kündigten an, vor einer Entscheidung Sicherheitsinspektoren und Tourismusverbände zu konsultieren, während Umweltorganisationen eine Entscheidung noch vor der Saison 2027 fordern. Der Streit verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen der Erhaltung der Schweizer Tourismuswirtschaft und der Anpassung an die klimatischen Realitäten, die traditionelle Attraktionen zunehmend einschränken. Bis Klarheit herrscht, raten Firmenreisebüros ihren Mitarbeitern, die Versicherungen und Sicherheitszertifikate der Ausflugsanbieter zu prüfen und weniger invasive Gletschererlebnisse wie Luftbildbesichtigungen oder Augmented-Reality-Ausstellungen in nahegelegenen Besucherzentren in Betracht zu ziehen.
Quelle: SWI swissinfo.ch