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Italien schmiedet südeuropäische Koalition, um Brüssel zu mehr Flexibilität bei der Einführung des EES zu drängen

Juni 28, 2026
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Italien schmiedet südeuropäische Koalition, um Brüssel zu mehr Flexibilität bei der Einführung des EES zu drängen
Nur Stunden nachdem das italienische Verkehrsministerium vor sommerlichen Engpässen gewarnt hatte, lud es zu einer virtuellen Runde mit Vertretern aus Portugal, Griechenland, Deutschland und Frankreich ein. Das Gespräch am 27. Juni 2026 führte zu einer von den Behörden als „pragmatische Koalition“ bezeichneten Einigung, die sich verpflichtet, bei der Europäischen Kommission für *operative Flexibilitäten* im Ein- und Ausreisesystem (Entry/Exit System) zu lobbyieren. Dazu zählen temporäre Ausnahmen bei Spitzenzeiten und ein gemeinsamer Pool mobiler biometrischer Kioske. Italiens Argument: Mediterrane Drehkreuze – die bereits mit Rekordfreizeitverkehr zu kämpfen haben – erleben stärkere Verkehrsspitzen als nördliche Flughäfen und benötigen daher Spielraum, um Passagiere zu bewegen, bevor sich Warteschlangen in sicherheitsrelevante Bereiche ausweiten. Lissabon, Athen und Barcelona unterstützen diese Position; Paris und Berlin, obwohl weniger betroffen, sehen den Nutzen eines harmonisierten Notfallprotokolls, um Schuldzuweisungen bei Verzögerungen im gesamten Netzwerk zu vermeiden. Die Gruppe wird vor dem Rat für Justiz und Inneres im Juli ein gemeinsames Non-Paper vorlegen. Vorgeschlagen wird unter anderem, dass Mitgliedstaaten die vollständige Erfassung von Fingerabdrücken bei reisenden Personen, die zustimmen, innerhalb von 24 Stunden nachträglich zu vervollständigen, aufschieben dürfen. Außerdem soll eine von der EU finanzierte Taskforce eingerichtet werden, die ähnlich wie die Frontex-RABIT-Teams bei Überschreitung vereinbarter Wartezeiten eingesetzt werden kann. Für globale Mobilitätsmanager ist das eine wichtige Nachricht: Sie signalisiert, dass die Schengen-Reisebestimmungen in diesem Sommer uneinheitlich angewendet werden könnten, wobei Reisende je nach Ankunftsort unterschiedlich behandelt werden. Arbeitgeber, die Mitarbeiter nach Südeuropa entsenden oder dort rotierende Einsätze organisieren, sollten die Flughafeninformationen täglich verfolgen und Reisende auf mögliche ad-hoc-Verfahrensänderungen am Gate vorbereiten. Während die Kommission sich noch nicht geäußert hat, räumen mehrere Beamte privat ein, dass eine „gestufte Durchsetzung“ unvermeidlich sein könnte, um den Tourismussektor – der 13 % des italienischen BIP ausmacht – während der kritischen Juli-August-Periode am Laufen zu halten.
Quelle: Travel and Tour World

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