
Das europäische Ein- und Ausreisesystem (EES) wurde im April vollständig eingeführt, doch die erste große Bewährungsprobe steht im Juli und August bevor – und die Fluggesellschaften schlagen Alarm. In einem heute (30. Juni 2026) von der Berliner Zeitung veröffentlichten offenen Brief warnt Ourania Georgoutsakou, Geschäftsführerin von Airlines for Europe (A4E), dass die Passkontrollzeiten an den Schengen-Außengrenzen inzwischen „bis zu viermal länger“ dauern als bei manueller Stempelung. Der Flughafen Wien, der etwa 40 Prozent des österreichischen Nicht-Schengen-Verkehrs abwickelt, hat die Bodenabfertiger angewiesen, manuelle „Überlauf“-Spuren vorzubereiten, falls die automatischen Gates überlastet sind.
Der Engpass liegt in der biometrischen Erfassung, die jeder Drittstaatsangehörige bei der ersten Einreise absolvieren muss: vier Fingerabdrücke, ein Gesichtsfoto und ein digitaler Passscan. Laut A4E verfügen die meisten Flughäfen – darunter Wien, Salzburg und Innsbruck – noch immer über zu wenige biometrische Terminals und zu wenig Personal, um den Sommeransturm zu bewältigen. Der italienische Betreiber Aeroporti di Roma hat öffentlich um die Erlaubnis gebeten, das System zu Spitzenzeiten „abschalten“ zu dürfen; Brüssel hat dies bislang abgelehnt, obwohl eine vorübergehende Ausnahmeregelung eine selektive Aussetzung bei „ernsten betrieblichen Störungen“ erlaubt.
Das österreichische Innenministerium berichtet, dass im Juni 280 zusätzliche Grenzpolizisten auf die neue Software geschult wurden, doch Reiseveranstalter raten Firmenkunden, für Langstreckenflüge 30 bis 60 Minuten mehr für die Abfertigung am Flughafen einzuplanen. Die Airlines befürchten, dass verpasste Anschlussflüge sich im Hub-and-Spoke-Netzwerk Wiens wie ein Dominoeffekt auswirken und Flüge nach Mittel- und Osteuropa sowie auf den Balkan beeinträchtigen könnten.
Über die unmittelbaren Wartezeiten hinaus weist der Österreichische Geschäftsreiseverband (ABTA) auf mögliche Datenschutz- und Betriebsratsprobleme bei der Speicherung biometrischer Mitarbeiterdaten hin. Unternehmen, die Pass- und Fingerabdruckdaten zur Erleichterung der Vorregistrierung von Vielfliegern sammeln, müssen ihre Datenschutzhinweise aktualisieren und nach österreichischem Recht eine ausdrückliche Einwilligung einholen.
Praktischer Tipp: Geschäftsreisende, die sich noch nicht registriert haben, können ihre Daten vorab in der EU-App „EES Easy“ (verfügbar auf Deutsch und Englisch) eingeben, um die Zeit an den Terminals zu verkürzen. Inhaber von österreichischen Rot-Weiß-Rot-Karten und anderen Aufenthaltstiteln sind bei der Wiedereinreise von der EES-Registrierung ausgenommen.
Der Engpass liegt in der biometrischen Erfassung, die jeder Drittstaatsangehörige bei der ersten Einreise absolvieren muss: vier Fingerabdrücke, ein Gesichtsfoto und ein digitaler Passscan. Laut A4E verfügen die meisten Flughäfen – darunter Wien, Salzburg und Innsbruck – noch immer über zu wenige biometrische Terminals und zu wenig Personal, um den Sommeransturm zu bewältigen. Der italienische Betreiber Aeroporti di Roma hat öffentlich um die Erlaubnis gebeten, das System zu Spitzenzeiten „abschalten“ zu dürfen; Brüssel hat dies bislang abgelehnt, obwohl eine vorübergehende Ausnahmeregelung eine selektive Aussetzung bei „ernsten betrieblichen Störungen“ erlaubt.
Das österreichische Innenministerium berichtet, dass im Juni 280 zusätzliche Grenzpolizisten auf die neue Software geschult wurden, doch Reiseveranstalter raten Firmenkunden, für Langstreckenflüge 30 bis 60 Minuten mehr für die Abfertigung am Flughafen einzuplanen. Die Airlines befürchten, dass verpasste Anschlussflüge sich im Hub-and-Spoke-Netzwerk Wiens wie ein Dominoeffekt auswirken und Flüge nach Mittel- und Osteuropa sowie auf den Balkan beeinträchtigen könnten.
Über die unmittelbaren Wartezeiten hinaus weist der Österreichische Geschäftsreiseverband (ABTA) auf mögliche Datenschutz- und Betriebsratsprobleme bei der Speicherung biometrischer Mitarbeiterdaten hin. Unternehmen, die Pass- und Fingerabdruckdaten zur Erleichterung der Vorregistrierung von Vielfliegern sammeln, müssen ihre Datenschutzhinweise aktualisieren und nach österreichischem Recht eine ausdrückliche Einwilligung einholen.
Praktischer Tipp: Geschäftsreisende, die sich noch nicht registriert haben, können ihre Daten vorab in der EU-App „EES Easy“ (verfügbar auf Deutsch und Englisch) eingeben, um die Zeit an den Terminals zu verkürzen. Inhaber von österreichischen Rot-Weiß-Rot-Karten und anderen Aufenthaltstiteln sind bei der Wiedereinreise von der EES-Registrierung ausgenommen.
Quelle: Berliner Zeitung