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ÖBB kündigt Juli-Sperren auf der Brennerbahn an

Juli 1, 2026
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ÖBB kündigt Juli-Sperren auf der Brennerbahn an
Der staatliche österreichische Bahnkonzern ÖBB bestätigte heute (30. Juni 2026), dass die wichtige Brennerbahn in zwei aufeinanderfolgenden Phasen zwischen dem 18. Juli und 1. August gesperrt wird. Die Sperrung ist notwendig, um Frostschäden im Mühltaltunnel zu reparieren und die Gleisarbeiten mit Italiens RFI auf der Südseite des Passes abzustimmen.

Phase 1 (18.–22. Juli) betrifft den grenzüberschreitenden Abschnitt zwischen Steinach in Tirol und dem Bahnhof Brenner. Alle Regionalzüge (S-Bahn) enden in Gries am Brenner; Fernverkehrszüge werden über die Tauernstrecke umgeleitet oder durch Busse ersetzt. Güterverkehrsunternehmen wurden gebeten, schwere Güterzüge über Tarvisio–Villach oder die Tauernachse umzuleiten. Die Kapazitätsmanager der ÖBB warnen vor „engen Nachtfahrplänen“ für zeitkritischen Automobil- und Kombiverkehr.

ÖBB kündigt Juli-Sperren auf der Brennerbahn an


Phase 2 (23. Juli–1. August) erweitert die Sperrung bis Innsbruck Hbf und legt damit den gesamten österreichischen Abschnitt der Strecke lahm. Nightjet-Schlafwagenverbindungen nach Italien enden in Salzburg, während der private Betreiber Westbahn seinen saisonalen Wochenendzug Wien–Brenner absagt. Die ÖBB betont, dass der Zeitpunkt bewusst außerhalb der frühen Juli-Spitzenzeit der Schulferienwechsel gewählt wurde, räumt aber ein, dass die zweite Phase mit der italienischen Ferragosto-Reisewelle zusammenfällt.

Die Brennerachse ist die meistbefahrene Nord-Süd-Eisenbahnverbindung in den Alpen und befördert täglich bis zu 180 Güter- und 60 Personenzüge. Logistikanbieter befürchten, dass die zweiwöchige Sperrung zusätzlich 2.000 Lkw-Fahrten pro Tag auf die ohnehin stark belastete A13/A22-Autobahn verlagert und damit Tirols Transitverbotspolitik untergräbt. Die Güterbahn-Lobby Rail Freight Forward fordert die Infrastrukturbetreiber in Deutschland und Italien auf, auf Trassenreservierungsgebühren auf Ausweichstrecken zu verzichten, um die Ziele der Verlagerung auf die Schiene nicht zu gefährden.

Unternehmensmobilitätsmanager sollten längere Reisezeiten für Mitarbeiter, die mit der Bahn zwischen Österreich, Deutschland und Norditalien unterwegs sind, einplanen und während der Bauarbeiten Flüge über Wien oder München in Betracht ziehen. Importeure zeitkritischer Waren sollten mit ihren Spediteuren über alternative Routen und zusätzliche Pufferzeiten sprechen.
Quelle: International Transport Journal

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