
Die Live-Anzeigetafel von Eurostar am 2. Juli zeichnete ein düsteres Bild für Reisende über den Ärmelkanal: Zahlreiche Züge zwischen Paris, Brüssel und Amsterdam waren verspätet oder fielen aus, und eine „eingeschränkte Bedienung“ bleibt bis zum 5. Juli bestehen. Als Gründe nennt der Betreiber eine Kombination aus Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgrund der anhaltenden Hitzewelle in Frankreich, Brandschäden nahe Rotterdam sowie längere Aufenthaltszeiten am Pariser Gare du Nord wegen Kontrollen des EU-Ein- und Ausreisesystems. Betroffen waren unter anderem stark nachgefragte Verbindungen wie die Abfahrten 9029 (Paris–London) und 9152/9157 (Rotterdam–Paris), die für Berufspendler von großer Bedeutung sind. Live-Updates meldeten wiederholte Verzögerungen „aufgrund betrieblicher Einschränkungen“ am Gare du Nord, wo neue biometrische Kioske vor dem Sommerstart des EES getestet werden. Reisende mit Anschlussverbindungen in den Niederlanden mussten zwangsweise über Brüssel-Midi umgeleitet werden. Für französische Arbeitgeber treffen die Zuverlässigkeitsprobleme von Eurostar den Kern der grenzüberschreitenden Mobilität. Pendler, die in Belgien oder den Niederlanden wohnen, aber in der Île-de-France arbeiten, riskieren, die Vorgabe vieler Hybrid-Arbeitsmodelle von maximal zehn Tagen vor Ort pro Monat zu überschreiten. Personalabteilungen klassifizieren solche Fahrten vorübergehend als Homeoffice-Tage, um steuerliche Komplikationen zu vermeiden. Eurostar bietet gebührenfreie Umbuchungen innerhalb von 60 Tagen an und empfiehlt, 90 Minuten vor Abfahrt einzuchecken, um die Grenzkontrollen zu passieren. Zudem wurde der Notfallplan mit Thalys aktiviert, der Inhabern flexibler Business-Premier-Tickets die Umleitung über Brüssel mit inländischen TGV-Verbindungen ermöglicht. Mobilitätsberater raten, diese Woche mit Reisedokumenten wie Entsendeschreiben ausgestattet zu sein und auf kurzfristige Bahnsteigänderungen zu achten, die ausschließlich über die Eurostar-App kommuniziert werden. Da für den 4. Juli erneut Schienen-Temperaturen von bis zu 38 °C erwartet werden, sind weitere Geschwindigkeitsbegrenzungen wahrscheinlich, was Verzögerungen bis in die kommende Woche hinein zur Folge haben könnte.
Quelle: Eurostar – Travel Updates
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