
In einer Mitteilung vom 5. Juli forderte die Europäische Kommission neun Mitgliedstaaten – darunter Österreich und Deutschland – auf, einen Fahrplan für die schrittweise Abschaffung der internen Schengen-Grenzkontrollen zu erstellen. Die in der Berliner Zeitung zitierte Stellungnahme betont, dass systematische Kontrollen, die seit 2015 an der AT-DE-Grenze bestehen und kürzlich bis September 2026 verlängert wurden, nur als „absolutes letztes Mittel“ eingesetzt werden dürfen. Die Kommission empfiehlt, feste Kontrollpunkte durch risikobasierte mobile Patrouillen, biometrische Fahrzeugscans und Echtzeit-Datenaustausch zu ersetzen – Instrumente, die durch den neuen EU-Migrations- und Asylpakt sowie das voll funktionsfähige Ein- und Ausreisesystem gestärkt werden sollen. Österreich unterhält Grenzposten an den Grenzen zu Slowenien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei und begründet dies mit Asyldruck und Menschenschmuggel. Das Innenministerium in Wien betont, dass die Kontrollen „so lange bestehen bleiben, bis messbare Rückgänge bei den irregulären Grenzübertritten“ erkennbar sind. Für österreichische Exporteure hat der politische Streit Kostenfolgen: Eine Studie des Instituts für Höhere Studien berechnet, dass jede zusätzliche Minute an der AT-DE-Landgrenze die Lieferketten jährlich zwei Millionen Euro kostet. Während Brüssel bislang auf Vertragsverletzungsverfahren verzichtet, kündigte es an, künftige Verlängerungen strenger nach dem Verhältnismäßigkeitsprinzip zu prüfen – eine Warnung, die Unternehmen bei der Planung von Logistikverträgen für 2027 im Blick behalten sollten.
Quelle: Berliner Zeitung
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