
Vor dem heutigen industriellen Chaos hat die italienische Zivilluftfahrtbehörde (ENAC) eine ungewöhnlich detaillierte Liste von Flügen veröffentlicht, die trotz Streiks durchgeführt werden müssen. Dazu gehören PSO-Verbindungen zu Inseln sowie alle interkontinentalen Abflüge. Laut Bericht der la Repubblica soll dies Passagieren und Reiseverantwortlichen Klarheit verschaffen und eine Flut von Entschädigungsforderungen verhindern. Nach italienischem Recht sind Flüge in den „fasce di garanzia“ von 07:00–10:00 und 18:00–21:00 geschützt, ebenso wie tägliche Verbindungen zu Inseln wie Lampedusa, Pantelleria und Elba. Im Anhang der ENAC-Liste sind 34 Inlandsverbindungen und 11 Langstreckenflüge aufgeführt – darunter Emirates von Mailand nach Dubai und Egyptair von Rom nach Kairo –, die von den Airlines bedient werden müssen. Die Behörde erinnerte zudem in einem Bulletin daran, dass Streikstörungen die Fürsorgepflicht gemäß EU261 nicht aufheben: Verpflegung, Unterkunft und frühestmögliche Umbuchungen bleiben verpflichtend. Geschäftsreisenden-Verbände begrüßten die Klarstellung und wiesen darauf hin, dass einige Airlines zuletzt versucht haben, landesweite Arbeitskämpfe als „außergewöhnliche Umstände“ zu deklarieren, um Entschädigungen zu umgehen. Global Mobility Manager sollten die heutige ENAC-Liste als Vorlage speichern: Über den Sommer sind weitere Streiks fast sicher, und die Kenntnis der geschützten Flüge kann Buchungsstrategien und Fürsorgepflicht-Briefings entscheidend beeinflussen.
Quelle: la Repubblica