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Landesweiter Streik im Luftverkehr legt Hunderte Flüge in ganz Italien lahm

Juli 6, 2026
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Landesweiter Streik im Luftverkehr legt Hunderte Flüge in ganz Italien lahm
Italiens erster Sonntag der Sommerreisesaison wurde von einem koordinierten 24-Stunden-Streik ab 00:01 Uhr am 5. Juli getroffen. Der Ausstand betrifft drei Gruppen:

• Die Cockpit- und Kabinenbesatzungen von EasyJet, vertreten durch FILT-CGIL, FIT-CISL und UIL-Trasporti, die einen neuen Tarifvertrag und höhere Flugstundenvergütungen fordern;
• Das Flugsicherungspersonal (ENAV) am Flughafen Mailand-Malpensa, das den Betrieb den ganzen Tag über eingestellt hat, zusätzlich mit einem vierstündigen Streik von 13:00 bis 17:00 Uhr;
• Bodenabfertigungsunternehmen, die dem Verband Assohandlers angehören, deren Mitarbeiter über stagnierende Löhne und Personalmangel klagen.

Laut ENAC wurden bis zum Mittag mehr als 820 Abflüge und Ankünfte gestrichen, besonders betroffen sind die Flughäfen Rom-Fiumicino, Mailand-Malpensa/Linate, Neapel und Palermo. EasyJet strich allein über die Hälfte seines italienischen Flugprogramms und warnte vor weiteren Beeinträchtigungen am 6. Juli, da Flugzeuge und Crews umverteilt werden.

Garantierte „fasce protette“ (07:00–10:00 und 18:00–21:00) sorgten für einen Minimalbetrieb zu Zielen in Sardinien, Sizilien und wichtigen europäischen Drehkreuzen, doch lange Warteschlangen an der Sicherheitskontrolle entstanden, da Passagiere nach Alternativrouten suchten.

Landesweiter Streik im Luftverkehr legt Hunderte Flüge in ganz Italien lahm


Die Auswirkungen auf Geschäftsreisende sind unmittelbar spürbar: Einkäufer der Mailänder Fashion Week und zahlreiche Kreuzfahrttouristen verpassten Anschlussverbindungen, was Unternehmen zwang, teure Last-Minute-Zugtickets zu buchen. Reiseleiter empfehlen, alle Inlandsflüge in Italien bis Mitte Juli erstattungsfähig zu buchen, da weitere Streiks geplant sind.

Arbeitgeber sollten zudem die Fürsorgepflicht im Blick behalten, da der Streik mit einer Hitzewelle zusammenfällt; Airlines raten Passagieren, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, um Sicherheits- und biometrische Kontrollen zu bewältigen.

Arbeitsrechtler sehen im Streik den ersten großen Test des neuen italienischen Streiktransparenzgesetzes (Gesetz 34/2026), das Gewerkschaften verpflichtet, 72 Stunden vorab Angaben zum operativen Ausmaß zu veröffentlichen. Erste Hinweise zeigen eine teilweise Einhaltung: EasyJet veröffentlichte eine Liste mit 143 garantierten Flügen, während mehrere Regionalfluggesellschaften keine Daten bereitstellten, was Flughäfen vor logistische Herausforderungen stellte.

Das Verkehrsministerium hat die Parteien für den 8. Juli zu einer Vermittlungsrunde nach Rom eingeladen.

Für Mobilitätsmanager lautet die wichtigste Lehre: Notfallpläne bereithalten, kritische Führungskräfte auf Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Mailand–Rom und Venedig–Florenz umstellen, großzügige Umsteigezeiten bei Langstreckenflügen einplanen und Mitarbeiter daran erinnern, dass EU261-Entschädigungen bei „außergewöhnlichen“ Streiks nur greifen, wenn die Fluggesellschaft keine angemessene Sorgfalt nachweisen kann.
Quelle: la Repubblica / ANSA

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