
Bei einer Pressekonferenz am 5. Juli räumte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, ein, dass die Einführung des Ein- und Ausreisesystems (EES) an mehreren Mittelmeerflughäfen zu „inakzeptablen Wartezeiten“ führt. Sie bestätigte, dass das Gemeinsame Forschungszentrum der EU Software-Updates zur Verbesserung der Fingerabdruckscanner-Genauigkeit bereitstellt und ein Schnell-Einsatzteam innerhalb von zehn Tagen nach Rom-Fiumicino und Athen entsandt werden könnte. Laut dem Reiseanalyseunternehmen AirPortal liegt die Fehlerquote bei der erstmaligen Erfassung von Fingerabdrücken in Italien bei 14 %, während das EU-Ziel bei 1 % liegt. Fluggesellschaften warnen vor „Schlangenchaos“, falls die Probleme nicht bis zum 1. August behoben werden – einem Zeitpunkt, an dem die täglichen Ankünfte von Nicht-EU-Bürgern meist über 120.000 liegen. Der Geschäftsführer von Ryanair drohte damit, einige Flüge innerhalb des Schengen-Raums auf Nebenflughäfen umzuleiten, sollte die Überlastung anhalten. Von der Leyen schloss eine generelle Aussetzung des EES aus, zeigte sich jedoch offen für „maßvolle Ausnahmen“, darunter verlängerte Übergangsfristen für Familien mit Kindern unter 12 Jahren sowie Schnellspuren für akkreditierte Geschäftsreisende. Sie lobte Italien für den Test eines mobilen Erfassungsfahrzeugs am Flughafen Mailand-Malpensa, das biometrische Daten bereits beim Check-in für ausgewählte Firmenkunden aufnimmt und so die Ankunftszeit halbiert. Unternehmen sollten die Notfallpläne der Fluggesellschaften im Blick behalten und Reisende darauf hinweisen, dass nach der Erstregistrierung die Aus- und Wiedereinreise deutlich schneller verläuft. Die Kommission wird am 12. Juli aktualisierte Betriebshinweise veröffentlichen.