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EU verschiebt ETIAS-Start angeblich auf 2027 und sorgt für neue Unsicherheit bei Reisenden von und nach Österreich

Juli 9, 2026
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EU verschiebt ETIAS-Start angeblich auf 2027 und sorgt für neue Unsicherheit bei Reisenden von und nach Österreich
Kaum drei Monate nach dem Start des elektronischen Ein- und Ausreisesystems (EES) scheint die Europäische Kommission bereit, den Start ihres Begleitprogramms – des Europäischen Reiseinformations- und Genehmigungssystems (ETIAS) – zu verschieben. Laut einem Leak der Financial Times vom 7. Juli, der am 8. Juli von Euronews bestätigt wurde, halten hochrangige Beamte den ursprünglich geplanten Starttermin „Ende 2026“ für ETIAS inzwischen für unrealistisch und bereiten einen überarbeiteten Zeitplan für 2027 vor.

Für Österreich – dessen Tourismuswirtschaft auf mehr als 20 Millionen Übernachtungen von Nicht-EU-Besuchern jährlich angewiesen ist – ist die Verzögerung ein zweischneidiges Schwert. Einerseits können Hotels, Kongressveranstalter und der Flughafen Wien (VIE) aufatmen: Gäste aus den USA, Großbritannien, Australien und Dutzenden weiteren visafreien Ländern müssen vor der Sommersaison 2027 weder die neue Gebühr von 20 Euro zahlen noch eine Online-Reisegenehmigung beantragen. Das beseitigt eine potenzielle Hürde für Wiens schnell erholende Tagungsbranche sowie für die alpinen Urlaubsregionen in Tirol und Salzburg, die sich vehement gegen „neue Reibungsverluste an der Grenze“ ausgesprochen hatten.

Andererseits verlängert die Verschiebung die Phase, in der das noch fehleranfällige EES und das traditionelle System mit Passstempeln parallel betrieben werden müssen – was weiterhin zu Staus an den Flughäfen Wien, Salzburg und Innsbruck sowie an den stark frequentierten Grenzübergängen Brenner und Kufstein auf der Autobahn führt. Airlines for Europe (A4E) und die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) warnten letzte Woche, dass die EES-Wartezeiten an einigen Schengen-Flughäfen in Spitzenzeiten bereits 90 Minuten überschreiten und forderten Brüssel auf, „das EES zu stabilisieren, bevor ETIAS hinzukommt“.

EU verschiebt ETIAS-Start angeblich auf 2027 und sorgt für neue Unsicherheit bei Reisenden von und nach Österreich


Austrian Airlines gab an, zusätzliches Bodenpersonal am Flughafen Wien einzusetzen, während das Innenministerium zwei zusätzliche „Bushallen“-Spuren an der Schengen-Grenze des Flughafens wieder geöffnet hat, um den biometrischen Prozess zu bewältigen.

Praktisch ändert sich für Reisende derzeit nichts: Die ETIAS-Website zeigt weiterhin „Betrieb ab Q4 2026“ an, und keine Durchführungsverordnung wurde bisher angepasst. Doch Mobilitätsmanager in Unternehmen sollten mit mindestens einem weiteren Jahr ohne ETIAS-Voranmeldung rechnen – und mit anhaltenden Startschwierigkeiten beim EES. Firmen, die Kurzzeitentsandte nach Österreich schicken, sollten mehr Zeit für Grenzformalitäten einplanen und ihre Mitarbeiter daran erinnern, mit gültigem Reisepass zu reisen (mindestens drei Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig), auch wenn ETIAS schließlich eingeführt wird.

Langfristig wird erwartet, dass die 20-Euro-Genehmigung drei Jahre lang und für mehrere Einreisen gültig bleibt, sodass Vielreisende im Geschäftsbereich es vorziehen könnten, sich frühzeitig zu registrieren, sobald das Portal endlich öffnet. Bis dahin werden österreichische Akteure weiterhin bei Brüssel auf einen vollständig getesteten, reisefreundlichen Start drängen, der das offene und geschäftsfreundliche Image des Landes schützt.
Quelle: Euronews

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