
Am 7. Juli 2026 wies die Europäische Kommission die Forderungen großer Fluggesellschaften und Flughafenverbände – darunter ACI Europe, Airlines for Europe und IATA – zurück, das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) während der geschäftigen Sommersaison auszusetzen. Branchenvertreter hatten gewarnt, dass die seit dem 10. April voll funktionsfähige biometrische Grenzkontrollplattform an Drehkreuzen wie Madrid-Barajas, Barcelona-El Prat und Málaga-Costa del Sol zu langen Warteschlangen führt und dadurch die Pünktlichkeit der Flüge sowie die Zufriedenheit der Passagiere gefährdet. Vertreter der Kommission erklärten vor einem Treffen mit Interessengruppen in Brüssel, eine generelle Aussetzung sei „unmöglich“, da dies rechtliche und sicherheitsrelevante Lücken bei der Erfassung von Aufenthalten von Nicht-EU-Reisenden schaffen würde. Sie wiesen darauf hin, dass die Mitgliedstaaten bereits begrenzte Möglichkeiten haben, die biometrische Erfassung zu Stoßzeiten auszusetzen, und dass kein Land – auch Spanien nicht – offiziell eine Verlängerung der Ausnahmeregelung über Ende September hinaus beantragt hat. Das EES ersetzt die herkömmlichen Passstempel durch ein digitales Register mit Ein- und Ausreisedaten sowie Gesichtserkennungs- oder Fingerabdruckdaten, was eine automatische Berechnung der erlaubten Aufenthaltsdauer ermöglicht. Spanien, einer der Vorreiter, hat bereits über 800 Selbstbedienungskioske und elektronische Gates installiert, kämpft aber weiterhin mit Personalmangel an manuellen Kontrollstellen. Die Fluggesellschaften argumentieren, dass die 90-sekündige Abfertigungszeit pro Reisendem zu verpassten Anschlussflügen führen werde; Brüssel sieht die Lösung in höheren Investitionen der Branche und der Passagier-Voranmeldung über die kommende EES-App. Für Geschäftsreisende und Relocation-Teams ist die Botschaft klar: Die EES-Kontrollen bleiben auch während der Sommer-Hauptreisezeit bestehen. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter und Entsandten, die nach Spanien fliegen, dazu anhalten, früher am Flughafen zu sein – insbesondere Inhaber von Pässen aus Drittstaaten – und alle verfügbaren Voranmeldetools zu nutzen. Fluggesellschaften, die Crewwechsel durchführen, sollten zusätzliche Pufferzeiten in die Dienstpläne einplanen, während Veranstalter Ankunftszeiten für größere Gruppen staffeln könnten. Langfristig planen spanische Flughäfen, spezielle Spuren für Geschäftsreisende einzurichten und das EES in mobile ID-Wallets zu integrieren. Bis diese Verbesserungen umgesetzt sind, sollten Mobilitätsverantwortliche die täglichen Wartezeiten im Blick behalten und Reisende über die besten Gate-Strategien informieren.
Quelle: Europa Press
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