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Schengen-Grenzkontrollen an der Schweizer Grenze um weitere 18 Monate verlängert

Juli 9, 2026
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Schengen-Grenzkontrollen an der Schweizer Grenze um weitere 18 Monate verlängert
Schweizer Führungskräfte, die zwischen Zürich, Mailand, München und Lyon pendeln, müssen ihre Pässe länger als erwartet griffbereit halten. Am 7. Juli hat der EU-Rat offiziell Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich die Verlängerung der „vorübergehenden“ Grenzkontrollen an den Landgrenzen zu Schweiz genehmigt, die diese Länder 2024 wiedereingeführt hatten. Bern, das jeder Schengen-Ausnahme zustimmen muss, bestätigte seine Zustimmung am 8. Juli. Die neue Genehmigung gilt für bis zu 18 Monate, was bedeutet, dass Stichprobenkontrollen bis Ende 2027 oder Anfang 2028 bestehen bleiben könnten.

Für Autofahrer bedeutet dies weiterhin Dokumentenkontrollen an den wichtigen Grenzübergängen Basel/Weil am Rhein, Genf/Ferney, Chiasso/Brogeda und St. Margrethen/Lustenau. Laut der Eidgenössischen Zollverwaltung erreichen die durchschnittlichen Wartezeiten für Privatfahrzeuge bereits Spitzenwerte von 25 Minuten, während Frachtunternehmen auf Vorrangspuren angewiesen sind, um die Lieferketten aufrechtzuerhalten. Auch stichprobenartige Kontrollen auf Nebenstraßen werden fortgesetzt, sodass private Autofahrer mit unvorhergesehenen Stopps tief im Schweizer Gebiet rechnen müssen.

Schengen-Grenzkontrollen an der Schweizer Grenze um weitere 18 Monate verlängert


Die EU-Innenminister begründeten die Verlängerung mit einem Anstieg der Asylanträge in der Schweiz um 40 %, vor allem von Migranten, die über die zentrale Mittelmeerroute eingereist sind. Der seit 2024 geltende überarbeitete Schengen-Grenzkodex erlaubt es den Mitgliedstaaten, interne Kontrollen in sechsmonatigen Abschnitten aufrechtzuerhalten, wenn „außergewöhnliche Umstände“ die öffentliche Ordnung gefährden. Kritiker bemängeln, dass die fortlaufenden Verlängerungen das Prinzip des passfreien Reisens untergraben und die Rolle der Schweiz als Logistikdrehscheibe im Herzen des europäischen Binnenmarkts schwächen.

Für Unternehmen ist die größte Herausforderung die Planungssicherheit. Grenzgänger – schätzungsweise 350.000 Menschen täglich – müssen mit längeren Fahrzeiten rechnen, und Firmen, die auf Just-in-Time-Lieferungen aus der Lombardei oder Baden-Württemberg angewiesen sind, müssen längere Vorlaufzeiten einplanen. Mobilitätsmanager empfehlen Reisenden, an Spitzentagen mindestens 45 Minuten mehr einzuplanen und Papierkopien von Arbeitsverträgen oder Kundenterminen mitzuführen. Personalabteilungen sollten internationale Mitarbeitende über die anhaltenden Kontrollen informieren, insbesondere jene, die noch immer die Schengen-Mitgliedschaft der Schweiz mit einer EU-Mitgliedschaft verwechseln.

Mit Blick auf die Zukunft kündigen Schweizer Diplomaten an, sich für eine koordinierte „Exit-Strategie“ einzusetzen, sobald die aktuelle Genehmigung ausläuft. Da jedoch auch andere Schengen-Staaten – darunter Dänemark, Polen, Schweden und die Niederlande – weiterhin nationale Kontrollen durchführen, rechnet in Bern kaum jemand mit einer schnellen Rückkehr zum Status quo vor 2015.
Quelle: VisasUpdate

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