
Präsident Alexander Stubb ratifizierte am 10. Juli 2026 ein Paket von Änderungen im Sicherheitssektor, das den Datenaustausch zwischen dem Einwanderungsdienst (Migri), der Polizei, dem Zoll, der Grenzschutzbehörde und den Verteidigungskräften erheblich ausweiten wird. Ab dem 1. Oktober 2026 können die Behörden in Echtzeit gegenseitig auf Haftbefehle, Festnahmeanordnungen und ausgewählte Verwaltungsregister zugreifen. Die Polizei darf in eng definierten Fällen auch Identifikationsdaten von Gesundheits- und Sozialdiensten abrufen, wenn sie schwere Straftaten oder Bedrohungen für Leben und nationale Sicherheit untersucht. Für Migri bedeuten die Änderungen eine schnellere Bestätigung der Identität und des rechtlichen Status von Antragstellern: Wird eine Person, die Migri bekannt ist, von der Polizei festgehalten, muss die Einwanderungsbehörde sofort informiert werden – und umgekehrt. Nach Schätzungen des Innenministeriums könnten so komplexe Aufenthaltsgenehmigungsverfahren um drei bis vier Wochen verkürzt und Doppelinterviews reduziert werden. Die Regierung sieht die Reform als direkte Reaktion auf Schwachstellen, die während der hybriden Drucksituationen an der Ostgrenze Finnlands 2023-2024 aufgedeckt wurden, als die verschiedenen Behörden die Warnungen der anderen nicht in Echtzeit einsehen konnten. Bürgerrechtsgruppen kritisieren die kurze Beratungsfrist und warnen, dass das Gesetz zusätzlichen Druck auf den Datenschutz ausübt. Das Justizministerium entgegnet, dass der Zugriff auf „Need-to-know“-Kategorien beschränkt sei und alle Abfragen zu Prüfzwecken protokolliert würden. Für Teams im Bereich Unternehmensmobilität wird sich die Reform vor allem durch verkürzte Hintergrundprüfungszeiten bemerkbar machen. Migri rechnet damit, dass Entscheidungen über Aufenthaltsgenehmigungen für Fachkräfte bis zu eine Woche schneller getroffen werden können, sobald das gemeinsame System in Betrieb ist. Unternehmen sollten jedoch ihre Mitarbeiter darauf vorbereiten, dass Behörden Informationen leichter überprüfen und bei Unstimmigkeiten direkt Kontakt mit den Arbeitgebern aufnehmen können. Personal- und Compliance-Verantwortliche werden empfohlen, interne Datenschutzrichtlinien zu überprüfen, um sicherzustellen, dass angeforderte Informationen von Migri oder der Polizei schnell und ohne Verstoß gegen die DSGVO bereitgestellt werden können. Schulungen für Führungskräfte, die regelmäßig Arbeitsbescheinigungen ausstellen, könnten notwendig sein, da ungenaue Angaben Unternehmen nach dem überarbeiteten Polizeigesetz strafrechtlich haftbar machen könnten.
Quelle: Yle News
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