
Der internationale Flughafen Hongkong (HKIA) war am Samstagabend ungewöhnlich ruhig, nachdem Fluggesellschaften 64 ankommende und 71 abgehende Flüge gestrichen hatten, als die äußeren Regenbänder des Taifuns Bavi das Gebiet erreichten. Laut der Live-Update-Seite des Flughafens betrafen die meisten Ausfälle Verbindungen zwischen Hongkong und Taipeh, Kaohsiung sowie Taichung, aber auch Flüge nach Osaka, Tokio, Nagoya, Shanghai und Hangzhou wurden gestrichen. Die lokalen Airlines Cathay Pacific, HK Express, Hong Kong Airlines und Greater Bay Airlines strichen mehrere Flüge, ebenso wie Festland- und taiwanesische Fluggesellschaften wie EVA Air, China Airlines und Juneyao. Experten für Geschäftsreisen berichten, dass dies die größte eintägige Störung am HKIA seit dem Neujahrsnebel im Januar ist. Für regionale Führungskräfte, die Hongkong als Drehkreuz nutzen, könnte der Zeitpunkt kaum ungünstiger sein: Juli markiert den Beginn der asiatischen Sommerkongress-Saison, und viele Unternehmen setzten auf die noch junge Luftverbindung Hongkong-Taipeh, um Mitarbeiter zu transportieren. Firmen mit dringenden Reisen greifen nun auf Charterflüge über Bangkok oder Manila zurück – was die Reisezeit um sechs bis acht Stunden verlängert und die Kosten erhöht. Reisende, die sich bereits in Hongkong befinden, werden geraten, Abflüge um mindestens 24 Stunden zu verschieben und die Apps der Fluggesellschaften für automatische Umbuchungen im Auge zu behalten. Die Flughafenbehörde aktivierte ihren Wetter-Notfallplan, der über Nacht nur begrenzte Check-in-Schalter offenhält und in Terminal 1 Feldbetten für gestrandete Passagiere bereitstellt – eine wichtige Information für Firmenreisemanager bei der Erstellung von Fürsorgehinweisen. Aus politischer Sicht zeigt die Störung am Samstag erneut die Verwundbarkeit Hongkongs gegenüber klimabedingten Ereignissen. Luftfahrtexperten warnen, dass das Ziel der Stadt, bis 2027 das Passagieraufkommen vor der Pandemie zu erreichen, von der Widerstandsfähigkeit ihrer Wetterabwehrmaßnahmen abhängt, darunter die beschleunigte Umsetzung des dritten Start- und Landebahnsystems sowie die Einführung satellitengestützter Anflugverfahren mit größerer Reichweite, die mehr Ankünfte bei schwierigen Wetterbedingungen ermöglichen. Für die Zukunft erwarten die Airlines eine schrittweise Normalisierung des Betriebs am Montag, sofern das Hongkonger Wetteramt die Sturmwarnungen unter der Stufe 8 hält. Dennoch sollten Unternehmen mit regionalen Mobilitätsprogrammen mit Folgewirkungen rechnen – insbesondere mit Engpässen bei Flugzeugen und Besatzungen –, die sich bis in die kommende Woche hineinziehen könnten.
Quelle: South China Morning Post