
Die langanhaltenden temporären Grenzkontrollen am Walserberg an der A1-Autobahn sowie an mehreren Nebenübergängen zwischen dem österreichischen Bundesland Salzburg und dem deutschen Bundesland Bayern bleiben bestehen. Der österreichische Innenminister Gerhard Karner und seine deutsche Amtskollegin Nancy Faeser bestätigten am Wochenende, dass das gemeinsame Kontrollregime – erstmals während der Migrationskrise 2015–2016 eingeführt – aus Sicherheitsgründen verlängert wird. Laut Zahlen der deutschen Bundespolizei, die vom ORF zitiert werden, wurden im Jahr 2025 rund 3.000 Personen an der Grenze Salzburg-Bayern zurückgewiesen, ein Drittel weniger als im Vorjahr. Während EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (AT) argumentiert, dass die illegalen Grenzübertritte im ersten Halbjahr 2026 um 37 % zurückgegangen sind und die Kontrollen daher aufgehoben werden sollten, sind beide Innenminister der Ansicht, dass die Maßnahmen weiterhin notwendig sind, um Menschenschmuggelnetzwerke abzuschrecken und Flüchtige auf internationalen Fahndungslisten zu identifizieren. Für Reisende bedeutet die Entscheidung weiterhin kilometerlange Staus in der Sommerurlaubssaison. In einer vor Ort vom ORF durchgeführten Umfrage sprachen sich die meisten Urlauber aus Deutschland, Österreich und Italien für eine Rückkehr zur normalen Freizügigkeit im Schengen-Raum aus und beklagten, dass die Verzögerungen Zeit und Kraftstoff kosten und den grenzüberschreitenden Tourismus unattraktiver machen. Auch Geschäftsreisende zeigen sich besorgt. Logistikunternehmen, die Waren zwischen Süddeutschland und den Industriezentren Österreichs transportieren, warnen, dass unangekündigte Kontrollen Stunden zu Lieferzeiten hinzufügen und Kosten erhöhen können. Tourismusbetriebe befürchten, dass anhaltende Staus Übernachtungsgäste abschrecken könnten, die wichtige Einnahmen für Salzburgs Gastgewerbe generieren. Obwohl die Europäische Kommission die Mitgliedstaaten wiederholt aufgefordert hat, langfristige Kontrollen an den Binnengrenzen abzuschaffen, kann Brüssel kaum mehr als Empfehlungen aussprechen. Da auch Frankreich, Italien, Dänemark, Slowenien und Schweden Ausnahmeregelungen betreiben, hängt das Schicksal der einst reibungslos offenen Schengen-Binnengrenzen heute vor allem von nationalen politischen Überlegungen zu Migration und Sicherheit ab. Unternehmen mit zeitkritischen Lieferketten oder Pendlern über die Grenze sollten weiterhin mögliche Verzögerungen einkalkulieren und alternative Routen bereithalten.
Quelle: ORF Salzburg
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