
Erstmals seit 15 Jahren werden die Langstreckenpiloten von Qantas über mögliche geschützte Arbeitskampfmaßnahmen abstimmen, nachdem die Fair Work Commission am 21. Juli einem Antrag der Gewerkschaft zugestimmt hat. Die Abstimmung, die am 27. Juli beginnt, betrifft rund 1.700 Kapitäne und Co-Piloten, die die Airbus A330, A380 und Boeing 787 Flotten der Airline steuern – das Rückgrat von Australiens interkontinentalem Passagier- und Frachtverkehr. Die Australian and International Pilots Association (AIPA) und die Australian Federation of Air Pilots (AFAP) berichten, dass die Verhandlungen über den Tarifvertrag seit zwei Jahren festgefahren sind. Zentrale Streitpunkte sind die Forderung nach drei garantierten „goldenen Tagen“ frei alle zwei Monate, längere Vorlaufzeiten für Bereitschaftseinsätze sowie Lohnerhöhungen über die derzeit angebotenen drei Prozent hinaus. Gewerkschaftspräsident Andrew Marshall bezeichnet die Vorschläge als „modest und notwendig, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Piloten auf ultra-langen Strecken zu schützen“. Qantas-International-Chef Cam Wallace warnte, dass weitere Zugeständnisse die Ticketpreise erhöhen könnten, betonte jedoch, dass die Airline weiterhin an einer einvernehmlichen Lösung interessiert ist. Schon die Androhung von Arbeitsniederlegungen nach Dienstvorschrift oder 24-stündigen Streiks sorgt bei Geschäftsreisemanagern, die Reisen für das dritte Quartal planen, für Unsicherheit, da solche Maßnahmen mit der Hochsaison im Sommer auf der Nordhalbkugel sowie wichtigen Handelsmessen in Asien und Nordamerika zusammenfallen könnten. Unternehmen sollten kritische Reisen für Ende Juli und August genau planen und Pufferzeiten in die Reisepläne einbauen, insbesondere für Strecken wie Sydney–Los Angeles, Melbourne–London und Brisbane–Dallas, wo alternative Kapazitäten begrenzt sind. Firmen mit Mobilitätsprogrammen sollten ihre Mitarbeiter über Umbuchungsregeln informieren und sicherstellen, dass die Reiseversicherung Arbeitskampfmaßnahmen abdeckt. Sollte die Abstimmung erfolgreich sein und die Piloten die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist einhalten, könnte die erste Beeinträchtigung ab Mitte August eintreten.
Quelle: Human Resources Director