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EU-Ein- und Ausreisesystem: Biometrische Kontrollen verlängern Warteschlangen, doch Reisende bleiben zahlreich, zeigt Umfrage

Juli 23, 2026
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EU-Ein- und Ausreisesystem: Biometrische Kontrollen verlängern Warteschlangen, doch Reisende bleiben zahlreich, zeigt Umfrage
Vier Monate nach dem Start des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) der EU zeigt ein Bericht von Euronews vom 22. Juli spürbare Auswirkungen an italienischen und anderen Schengen-Grenzpunkten. Laut aktuellen YouGov-Daten mussten bereits 36 % der britischen Reisenden, die in den Schengen-Raum einreisen, für die biometrische Erfassung anstehen, während 30 % längere Passkontrollschlangen berichteten. Dennoch planen 64 % weiterhin, in den nächsten zwölf Monaten nach Europa zu reisen – sie nehmen einfach mehr Zeit für die Einreise in Kauf.

Italien, eines der ersten Mitgliedsländer, das EES-Kioske an allen großen Flughäfen installiert hat, verzeichnet in der Hochsaison Engpässe an den Flughäfen Rom Fiumicino und Mailand Malpensa. Die Bearbeitung einer vierköpfigen Familie aus Nicht-EU-Ländern kann dort inzwischen bis zu 12 Minuten dauern, verglichen mit durchschnittlich vier Minuten vor Einführung des EES. Die italienische Luftfahrtbehörde und die Grenzpolizei haben während starker Ankunftsphasen einige Schalter vorübergehend wieder auf manuelle Stempelung umgestellt, gestützt auf die Kommissionsrichtlinie vom 1. Juli, die in „außergewöhnlich belasteten“ Situationen die Aussetzung der biometrischen Erfassung erlaubt.

EU-Ein- und Ausreisesystem: Biometrische Kontrollen verlängern Warteschlangen, doch Reisende bleiben zahlreich, zeigt Umfrage


Für Teams im Bereich Unternehmensmobilität lautet die wichtigste Empfehlung, Reisepläne großzügiger zu bemessen: Für Nicht-EU-Mitarbeiter, die nach Italien einreisen, sollten mindestens 45 Minuten zusätzliche Zeit eingeplant werden, bis sich die Passagierströme stabilisieren. Unternehmen sollten zudem ihre Reiserichtlinien anpassen und darauf hinweisen, dass Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen für drei Jahre gespeichert und bei Folgereisen wiederverwendet werden, was die Abfertigungszeiten für Wiederholungstäter verkürzt.

Das EES ist eine Vorstufe zur elektronischen Reisegenehmigung ETIAS, deren Einführung nun für Mitte 2027 geplant ist. Personal- und Global-Mobility-Manager sollten ihre Mitarbeiter über Datenschutzaspekte aufklären, insbesondere beim Transport sensibler Ausrüstung; das System meldet automatisch Überziehungen des Aufenthalts, was Schengen-Visadaten und künftige Arbeitserlaubnisanträge gefährden kann.

Italienische Flughäfen planen, die Anzahl der Selbstbedienungskioske bis Ostern 2027 zu verdoppeln, doch die technische Ausstattung an den Landgrenzen zu Slowenien und Frankreich ist noch uneinheitlich. Logistikunternehmen, die Fahrer mit CMR-Frachtbriefen transportieren, wird empfohlen, vorab zu prüfen, ob spezielle Frachtspuren die biometrische Erfassung unterstützen, um eine Vermischung mit dem Touristenverkehr zu vermeiden.
Quelle: Euronews

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