
Aktuelle Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) bestätigen, dass die grenzüberschreitende Erwerbsbevölkerung in der Schweiz weiter wächst, vor allem dank Pendlern aus Norditalien. Ende 2025 hatten 91.246 italienische Staatsangehörige eine aktive G-Bewilligung – ein Anstieg gegenüber 70.157 vor zehn Jahren. Ticino bleibt das Hauptziel mit 78.491 italienischen Grenzgängern, doch andere Kantone holen auf. Genf, Wallis und Graubünden verzeichnen zweistellige Zuwächse, angetrieben von Stellen in Hotellerie, Bauwesen und Gesundheitswesen. Besonders auffällig ist der 78 %ige Anstieg bei Arbeitskräften aus der Provinz Monza-Brianza, was auf verbesserte Autobahnverbindungen durch den Mendrisiotto-Korridor und die anhaltende Schweizer Nachfrage nach qualifizierten Metallarbeitern und Technikern zurückzuführen ist. Ökonomen weisen darauf hin, dass dieser Trend mit der historisch niedrigen Arbeitslosenquote und der alternden einheimischen Erwerbsbevölkerung in der Schweiz zusammenfällt. Gleichzeitig wird die Debatte über Lohndruck und Infrastrukturbelastungen in Grenzregionen neu entfacht. Die Regierung von Ticino fordert strengere Kontrollen auf dem Arbeitsmarkt, um sicherzustellen, dass importierte Arbeitskräfte die lokalen Löhne nicht unterbieten. Für Personal- und Mobilitätsverantwortliche unterstreichen die Zahlen die Bedeutung grenzüberschreitender Talentpools. Unternehmen, die auf Grenzgänger angewiesen sind, sollten bevorstehende Regeländerungen – darunter die verpflichtende Online-Meldung neuer Einstellungen und mögliche Erhöhungen der Bewilligungsgebühren – genau beobachten und die Einhaltung der Gleichbehandlungsregeln sicherstellen, um Reputationsrisiken zu vermeiden.
Quelle: FrontalieriTicino