
Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft (MPF) gab am 27. Juli bekannt, dass acht Verdächtige – vier Italiener und vier Brasilianer – wegen des Betriebs eines multimillionenschweren Geldwäsche- und Einwanderungsbetrugsrings angeklagt wurden, der sich um das Ehrenkonsulat Italiens in Fortaleza, Ceará, dreht. Die Gruppe soll Scheinfirmen unter der Adresse des Konsulats gegründet haben, um Investorenaufenthaltsvisa zu rechtfertigen und illegale Gelder im Zusammenhang mit der kalabrischen Mafia ’Ndrangheta zu verschleusen. Unter den Angeklagten befindet sich auch ein ehemaliger Vizekonsul. Die italienische Finanzpolizei Guardia di Finanza hatte die brasilianischen Behörden erstmals 2020 alarmiert, nachdem sie verdächtige Überweisungen in Höhe von insgesamt 5,3 Millionen Euro zwischen 2006 und 2009 entdeckt hatte. Ermittler berichten, dass gefälschte Rechnungen und aufgeblähtes Stammkapital genutzt wurden, um die für Daueraufenthaltsgenehmigungen erforderliche wirtschaftliche Aktivität vorzutäuschen. Die brasilianischen Gerichte bestätigten die Anklage am 15. Juli, die Details wurden jedoch erst diese Woche öffentlich bekanntgegeben. Der Fall verdeutlicht die Anfälligkeit von Investorenvisaregelungen – wie der brasilianischen Normativen Resolution 13/2017, die Aufenthaltsrechte für ausländische Kapitalanlagen gewährt – bei unzureichender Sorgfaltspflicht. Teams für globale Mobilität sollten mit verschärften Hintergrundprüfungen durch das Justizministerium und die Bundespolizei bei Investoren- und Unternehmervisa rechnen, was zu längeren Bearbeitungszeiten führen dürfte. Compliance-Beauftragte sollten zudem die Nutzung von Ehrenkonsulatskanälen bei der Unterstützung von Expatriates überprüfen, da mit verstärkter Kontrolle zu rechnen ist. Multinationale Unternehmen, die planen, italienische (oder andere EU-) Führungskräfte nach Brasilien zu entsenden, sollten sich auf strengere Anforderungen bei der Dokumentenprüfung einstellen, einschließlich Nachweisen über die legale Herkunft der Gelder, geprüften Jahresabschlüssen und persönlichen Interviews. Wer die verschärfte Vorgehensweise nicht berücksichtigt, riskiert Verzögerungen beim Arbeitsbeginn oder Nachforderungen zusätzlicher Unterlagen.
Quelle: UOL Notícias