
Irish Ferries hat heute alle Schnellfähren Dublin Swift auf der wichtigen Strecke Dublin–Holyhead gestrichen, was Hunderte von Passagieren und Frachtfahrern zwang, auf konventionelle Schiffe umzusteigen oder ihre Reisen zu verschieben. Auf der Webseite des Unternehmens wurden die Abfahrten um 07:30, 10:40 und 16:45 Uhr in beide Richtungen aus „betrieblichen Gründen“ abgesagt. Reisenden wurde stattdessen Platz auf den langsameren Ro-Pax-Schiffen Ulysses und James Joyce angeboten. Die Verbindung Dublin–Holyhead ist die wichtigste Seeverbindung im Common Travel Area und transportiert schätzungsweise 44 % des Handelsvolumens zwischen Irland und Großbritannien. Die Ausfälle wirken sich daher weit über den Freizeitverkehr hinaus aus: Just-in-time-Exporteure von Pharmazeutika und gekühlten Lebensmitteln sind auf die 1 Stunde 49 Minuten dauernde Swift-Überfahrt angewiesen, um die UK-Vertriebstermine einzuhalten. Spediteure berichteten Global Mobility News, dass die Umplanung auf dreistündige Verbindungen zusätzliche Fahrstunden verursacht, EU-Tachographen-Grenzen gefährdet und Überstundenkosten nach sich zieht. Die Störung zeigt erneut, wie fragil die maritime Kapazität im Vergleich zur Luftfahrt sein kann. Seit dem Brexit haben viele multinationale Unternehmen ihre Routen über direkte Verbindungen von Irland nach Frankreich diversifiziert, doch die Landbrücke über Wales bleibt für Lieferungen nach Zentralengland unverzichtbar. Mobility Manager, die Umzüge von entsandten Mitarbeitern koordinieren, sind ebenfalls auf den Swift-Service angewiesen, da er tierfreundliches Reisen mit Fahrzeugen ermöglicht. Die heutige Panne könnte Umzugspläne verzögern, insbesondere für Familien mit Mietvertragsbeginn am 1. August. Irish Ferries hat die Ursache nicht bekannt gegeben, Gewerkschaftsquellen sprechen jedoch von anhaltenden Engpässen im Ingenieurwesen. Angesichts der steigenden Nachfrage in der Hochsaison wird Arbeitgebern empfohlen, reisende Mitarbeiter frühzeitig zu informieren, alternative Häfen wie Rosslare–Pembroke zu prüfen und Fahrer daran zu erinnern, Nachweise über geänderte Fahrpläne für Duty-of-Care-Prüfungen aufzubewahren.