
Nur wenige Stunden nach der überraschenden Ankündigung Roms erhielt Euronews die operative Anweisung, die Flughafen- und Hafenbehörden leitet. Das Dokument stellt klar, dass es sich nicht um eine vollständige Aussetzung des Schengen-Raums handelt, sondern um eine gezielte Wiedereinführung von Identitätskontrollen gemäß Artikel 25 des Grenzkodex. Nicht-EU-Passagiere, die aus Spanien ankommen, müssen mit einer sekundären Kontrolle rechnen, die den Nachweis einer Unterkunft, Rückflugtickets und finanzieller Mittel umfassen kann – im Grunde ein Mini-Visum-Interview direkt am Gate. Die Flughäfen reagieren schnell: Am Flughafen Fiumicino wurden 60 Grenzpolizisten von Landseitendiensten zum E-Terminal verlegt, während in Mailand-Linate wieder Kabinen reaktiviert wurden, die während der Pandemie genutzt wurden. Autovermietungen melden einen Anstieg von Einwegmieten aus Barcelona und Valencia, da Reisende versuchen, über Südfrankreich umzubuchen, um Direktflüge zu vermeiden. Für Firmenmobilitätsteams ergeben sich folgende Sofortmaßnahmen: • Prüfen Sie, ob entsandte Mitarbeiter, die aus Spanien fliegen, im Besitz italienischer Aufenthaltstitel (Soggiorno-Karten) oder D-Visa sind und Arbeitsverträge mitführen, falls Nachfragen auftreten. • Informieren Sie Besucher mit ESTA-/ETIAS-ähnlichen Visumfreistellungen, dass der bisherige „EU-intern“-Charakter der Flüge Spanien–Italien nicht mehr gilt; Reisepässe müssen mitgeführt und mindestens drei Monate gültig sein. • Rechnen Sie mit möglichen Verzögerungen bei Anschlussflügen, insbesondere bei der morgendlichen Ankunftswelle aus Nordamerika, die über Madrid oder Barcelona fliegt. Die italienischen Behörden betonen, dass die Datenerfassung verhältnismäßig bleibt – Datenschutzbeauftragte weisen jedoch darauf hin, dass manuelle Passstempel die Schengen-Aufenthaltszeiten neu starten und die 90/180-Tage-Regelung für häufig reisende Berater erschweren können. Reise-Risikomanager sollten die kommenden Leitlinien des Justiz- und Innenministeriums genau verfolgen, da die Anweisung eine „mögliche Ausweitung“ der Kontrollen auf Bahnverbindungen vorsieht, falls sich die Migrationsströme in Richtung Frankreich-Italien-Korridore verlagern.
Quelle: Euronews