
Nach dem Erlass des Innenministeriums haben Italiens wichtigste Flughäfen über Nacht Maßnahmen ergriffen, um den Verkehr aus Spanien zu trennen. Aeroporti di Roma bestätigte, dass ab dem 1. August alle Flüge von spanischen Flughäfen über die Nicht-Schengen-Ankunftshallen am Flughafen Fiumicino (Terminal 1, Bereich C) und Ciampino abgefertigt werden. Spezielle „Spanien-Spuren“ mit vollständigen Passkontrollstellen wurden eingerichtet, unterstützt von 110 zusätzlichen Grenzpolizisten im Schichtbetrieb. Ähnliche Maßnahmen wurden an den Flughäfen Mailand Malpensa, Venedig Marco Polo und Bologna umgesetzt, während Bodenabfertigungsunternehmen berichten, dass sich die durchschnittlichen Abfertigungszeiten in der ersten Morgenwelle von drei auf 15 Minuten pro Passagier erhöht haben. ITA Airways, Ryanair und Vueling haben Push-Benachrichtigungen an Kunden gesendet, die von Spanien abfliegen, mit der Empfehlung, mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein und die Bordkarten im Voraus auszudrucken, um Engpässe bei der italienischen Einwanderungskontrolle zu vermeiden. Die Reiseverwaltungsunternehmen CWT Italy und BizAway berichten, dass erste Daten zeigen, dass Passagiere mit Anschlusszügen nach Florenz und Neapel in Rom Anschlusszüge verpassen. Sie empfehlen, vollständig flexible Trenitalia-Tickets zu buchen oder einen Puffer von mindestens 90 Minuten einzuplanen. Eingehende Reiseveranstalter warnen, dass Busreisen möglicherweise neu geplant werden müssen, da Gruppen mit längeren Wartezeiten rechnen müssen. Die neuen Verfahren verdeutlichen eine Schwachstelle im europäischen Hub-and-Spoke-Modell: Sobald ein Herkunftsort als „Nicht-Schengen“ eingestuft wird, müssen Transfer-Schalter, Sicherheitskontrollen und Gepäckabfertigung über Nacht neu organisiert werden – ein kostspieliger Aufwand für Flughäfen und Fluggesellschaften. Der Betreiber von Fiumicino, ADR, schätzt die zusätzlichen Personalkosten auf 170.000 Euro pro Tag und kündigt an, bei einer Verlängerung der Maßnahme über August hinaus eine staatliche Erstattung zu beantragen. Für globale Mobilitätsteams ist die wichtigste Erkenntnis, laufende Projekte mit häufigen Italien-Spanien-Reisen – insbesondere Pendlerentsendungen in den Bereichen Luftfahrt, Mode und Automobil – zu überprüfen und den Mitarbeitern vorab ausgefüllte Hotelbestätigungen sowie Nachweise für die Weiterreise bereitzustellen, falls Grenzbeamte zusätzliche Dokumente verlangen.