
Eine neue Untersuchung von NBC News, die am Montagabend veröffentlicht wurde, zeigt, dass Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) deutlich mehr Festnahmen in US-Flughäfen durchführen – eine Taktik, die die Behörde zuvor nur selten angewandt hat. Interne Daten, die NBC vorliegen, belegen, dass die Festnahmen an Flughäfen im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 im Jahresvergleich um 62 Prozent gestiegen sind, mit den größten Zuwächsen am Los Angeles International Airport (LAX), Miami International (MIA) und New Yorks John F. Kennedy Airport (JFK). Die Festnahmen richten sich gegen Nicht-Staatsbürger mit ausstehenden endgültigen Abschiebebescheiden oder schwerwiegenden Haftbefehlen, doch Bürgerrechtsgruppen kritisieren, dass auch Reisende ins Visier genommen werden, deren einzige Verstöße zivile Aufenthaltsüberschreitungen sind. Die Luftoperationen-Division von ICE bestreitet eine Änderung der Richtlinie und erklärt, der Anstieg sei auf „besseren Datenaustausch“ mit dem US-Zoll- und Grenzschutz (CBP) sowie lokalen Strafverfolgungsbehörden zurückzuführen. Dennoch berichten Anwälte von einer wachsenden Zahl von Anrufen von Familienangehörigen, deren Verwandte beim Einsteigen oder nach der Landung auf Inlandsanschlussflügen festgenommen wurden. Für Geschäftsreisende bedeutet diese Entwicklung neue Risiken in Bezug auf Compliance und Reputation. Führungskräfte mit gültigen Visa, aber kleineren Statusverstößen – etwa verspätete Adressmeldungen – könnten befragt oder aufgehalten werden. Unternehmen wird daher geraten, die I-94-Daten ihrer Mitarbeiter zu überprüfen, Visa rechtzeitig zu erneuern und Vielreisende darauf vorzubereiten, was bei einer ICE-Kontrolle im gesicherten Bereich eines Flughafens zu erwarten ist. Arbeitgeber sollten zudem Rechtsbeistand bereithalten, da festgenommene Reisende meist nur wenige Minuten Zeit für einen Anruf haben, bevor sie in eine externe Einrichtung gebracht werden. Der Anstieg zieht bereits politische Aufmerksamkeit auf sich. Alex Padilla (D-CA), ranghöchstes Mitglied im Justizausschuss des Senats, hat eine Überprüfung durch den Inspector General des Heimatschutzministeriums (DHS) gefordert und verweist auf mögliche Verstöße gegen die eigene „Sensitive Locations“-Richtlinie der Behörde, die bislang Durchsetzung in Verkehrsknotenpunkten eingeschränkt hatte. Sollte der Kongress das DHS zu Stellungnahmen drängen, könnten neue Vorgaben folgen – entweder zur Bestätigung der aggressiven Maßnahmen oder zur Wiedereinführung von Beschränkungen, die im vergangenen Jahr stillschweigend gelockert wurden. Bis dahin sollten Teams für globale Mobilität US-Flughäfen als aktive Durchsetzungszonen betrachten und ihre Unterstützungsprotokolle für Reisende entsprechend anpassen. Reiseleiter könnten zudem ihre Risikoanalysen aktualisieren und „Know-Your-Rights“-Briefings in die Vorab-Checklisten aufnehmen, insbesondere für Mitarbeiter mit doppelter Staatsbürgerschaft, laufenden Einwanderungsanträgen oder Reisen mit vorläufigen Aufenthaltsgenehmigungen.
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