
Taifun Dolphin – der 13. benannte Sturm der westpazifischen Saison – traf am Abend des 19. September die Küsten der chinesischen Provinzen Zhejiang und Fujian mit voller Wucht. Die Behörden mussten über 300 Flüge streichen, 55 Fährverbindungen aussetzen und fast 100.000 Menschen aus tiefer gelegenen Gebieten evakuieren. Laut der Chinesischen Meteorologischen Behörde erreichte Dolphin anhaltende Windgeschwindigkeiten von 45 m/s und brachte Regenmengen von bis zu 440 mm mit sich, was zu roten Hochwasserwarnungen führte. Die Flughäfen Shanghai Pudong und Hangzhou Xiaoshan blieben zwar in Betrieb, meldeten jedoch durchschnittliche Abflugverspätungen von 90 Minuten; die Flughäfen Xiamen Gaoqi und Fuzhou Changle wurden für mehrere Stunden komplett geschlossen. Die China Railway setzte Teile der Küsten-Hochgeschwindigkeitsstrecken Fuzhou–Xiamen und Ningbo–Taizhou vorsorglich aus, um Erdrutschkontrollen durchzuführen. Geschäftsreisende müssen mit weitreichenden Störungen rechnen: Luftfrachtunternehmen leiteten ihre Frachter vorsorglich über Binnen-Hubs um, und mehrere koreanische sowie japanische Fluggesellschaften gaben flexible Umbuchungsregelungen heraus, da die äußeren Regenbänder des Sturms voraussichtlich bis ins Ostchinesische Meer vordringen. Der südkoreanische Wetterdienst gab Warnungen vor hohen Wellen für Jeju und die südöstlichen Häfen heraus, was die Ro-Ro-Fährverbindungen beeinträchtigen könnte, die Teil regionaler Lieferketten sind. Lokale Behörden haben Notunterkünfte mit zweisprachigen Servicepunkten für gestrandete Ausländer eingerichtet – eine Verbesserung gegenüber früheren Taifun-Einsätzen. Dennoch raten Reise-Risikoberater multinationalen Unternehmen, Satellitentelefone oder China-Unicom M2M-SIM-Karten zu nutzen, um bei Ausfall der Mobilfunknetze erreichbar zu bleiben. Die Erfahrungen mit Taifun Saudel Anfang des Monats deuten darauf hin, dass die vollständige Wiederaufnahme des Flugplans 48 bis 72 Stunden nach Abklingen des Sturms dauern könnte. Langfristig fügt Dolphin der wachsenden Zahl extremer Wetterereignisse an Chinas wichtiger Fertigungsküste ein weiteres Kapitel hinzu. Versicherer warnen, dass wiederholte Schadensmeldungen die Prämien für Lieferverzögerungs- und Betriebsunterbrechungsversicherungen steigen lassen könnten, was eine proaktive Diversifizierung der Lieferwege zu einer strategischen Aufgabe für die Unternehmensführung macht.
Quelle: Daily Briefing
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