
Ein 24-tägiger Arbeitskampf der Bodenabfertiger am Flughafen Cagliari Elmas erreichte am Sonntag, den 20. September, seinen Höhepunkt und zwang mehrere Fluggesellschaften dazu, Flüge von und nach Sardinien zu streichen oder umzubuchen. Der von den mächtigen Verkehrsgewerkschaften FILT-CGIL, FIT-CISL und UILTRASPORTI ausgerufene Streik betrifft alle Mitarbeiter von SOGAER, dem Unternehmen, das die Passagierdienste und Rampenarbeiten am verkehrsreichsten Flughafen der Insel betreibt. Laut dem öffentlichen Streikregister des italienischen Ministeriums für Infrastruktur und Verkehr begann der Ausstand um 00:01 Uhr am 6. September und soll bis zum 30. September andauern. Am Sonntag wurde jedoch erstmals 100 Prozent der Überstunden und Zusatzschichten verweigert. Dies führte zu weniger geöffneten Check-in-Schaltern, eingeschränkter Gepäckabfertigung und längeren Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle, was wiederum Verspätungen in Rom Fiumicino und Mailand Linate verursachte, da ankommende Flugzeuge nicht planmäßig abgefertigt werden konnten. Besonders betroffen waren Billigfluggesellschaften mit engen Umläufen; mehrere Ryanair- und easyJet-Flüge hatten Verspätungen von über zwei Stunden, während ITA Airways einige Abendflüge über Olbia umleitete. Reiseveranstalter rieten Geschäftsreisenden, den Flugstatus vor Abreise zu überprüfen und zusätzliche Zeit für Warteschlangen einzuplanen. Nach der EU-Verordnung 261/2004 müssen Passagiere bei Flugausfällen umgebucht oder erstattet werden, eine Entschädigung entfällt jedoch möglicherweise bei rechtmäßig angemeldeten Streiks. Unternehmen mit zeitkritischen Sendungen wurde empfohlen, Fracht vorübergehend über alternative sardische Häfen wie Olbia oder Porto Torres zu leiten, bis der Normalbetrieb wieder aufgenommen wird. Der Streik hat auch mittel- bis langfristige Auswirkungen auf das italienische Flughafenservice-Modell. Die Mitarbeiter von SOGAER beklagen chronischen Personalmangel und Saisonverträge, die den Flughafen in den Sommer-Hauptmonaten unter Druck setzen. Der Konflikt verdeutlicht die Verwundbarkeit der Inselanbindung, gerade jetzt, da Sardinien verstärkt auf ganzjährigen Tourismus und Programme für digitale Nomaden setzt. Sollten keine Einigungen erzielt werden, warnen die Gewerkschaften vor einer Ausweitung des Streiks zu einem landesweiten Solidaritätsstreik des Bodenpersonals, der die Flughäfen auf dem Festland lahmlegen könnte. Für Mobilitätsmanager stehen folgende Prioritäten im Vordergrund: (1) Überprüfung der Fürsorgepflichten für Reisende mit Transit über Sardinien; (2) Aktualisierung von Notfallrouten in Online-Buchungssystemen; und (3) Information der Entsandten über ihre Rechte nach EU 261 sowie über vor Ort verfügbare Unterstützungsangebote, einschließlich möglicher Fast-Track-Services am Flughafen. Mit weiteren geplanten Streiks der ENAV (Flugsicherung) am 30. September und 16. Oktober zeichnet sich ein turbulenter Herbst für den italienischen Luftverkehr ab.