
Nur 24 Stunden nach dem Chaos an Sardiniens Flughäfen richtet sich Italiens Herbststreiksaison nun auf die Schiene. Das technische, operative und administrative Personal von Trenitalia in der Emilia-Romagna wird am Montag, den 21. September, von 9:00 bis 17:00 Uhr die Arbeit niederlegen, nachdem letzte Woche Verhandlungen über Dienstpläne und Nachtzuschläge gescheitert sind. Die Aktion, formell gemäß Gesetz 146/1990 angemeldet, betrifft sowohl Trenitalia als auch den Infrastrukturbetreiber RFI und erhöht das Risiko von Verzögerungen auf der Nord-Süd-Hauptstrecke des Landes. Während in den Stoßzeiten (06:00–09:00 und 18:00–21:00) Mindestverbindungen garantiert sind, könnten Intercity- und Hochgeschwindigkeitszüge am Knotenpunkt Bologna kurzfristig ausfallen oder längere Standzeiten haben. Güterverkehrsunternehmen auf der Strecke Bologna–Piacenza wurden angewiesen, Lokomotiven vorzupositionieren oder Abfahrten zu verschieben, um Staus nach Ende des Streiks zu vermeiden. Für Mobilitätsmanager in Unternehmen heißt es, Kundentermine am Montagmorgen umzulegen oder ins Online-Format zu verlegen. Reisende mit nicht erstattungsfähigen Trenitalia-Tickets, die vor dem 15. September ausgestellt wurden, können einen Gutschein mit 12-monatiger Gültigkeit beantragen. Nutzer von Italo-Zügen, die zwar nicht direkt betroffen sind, aber über gemeinsame Gleise operativ verbunden sind, sollten die Lage weiterhin beobachten. Der Streik ist der Auftakt einer Reihe regionaler Aktionen der italienischen Verkehrsgewerkschaften Ende September und signalisiert eine härtere Verhandlungsposition angesichts einer Inflation von über 4 Prozent und stockender Tarifgespräche im öffentlichen Dienst. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnten die nationalen Eisenbahngewerkschaften im Oktober zu einem 24-Stunden-Streik aufrufen – eine unerwünschte Perspektive für multinationale Unternehmen, die auf Just-in-Time-Lieferketten durch Norditaliens Logistikzentrum angewiesen sind.
Quelle: The Local Italy