
Ad-hoc-Nachrichtendienst-Daten vom 13. Oktober 2026 zeigen, dass der Flughafen Zürich im September 3,13 Millionen Passagiere abfertigte, ein Anstieg von 2,6 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Transferverkehr – ein Indikator für die Rolle der Schweiz als Drehkreuz für multinationale Unternehmen – wuchs sogar noch stärker um 6,4 % auf 894.000 Reisende. Die Flugbewegungen stiegen um 5,2 % auf 25.661, während die durchschnittliche Sitzplatzauslastung leicht auf 81,9 % zurückging. Analysten sehen in den Zahlen eine Bestätigung dafür, dass die Nachfrage nach langstreckenorientierten Premiumverbindungen höhere Flugpreise und geopolitische Umwege besser verkraftet hat als erwartet. Die Halbjahresergebnisse der Flughafen Zürich AG zeigten bereits einen Umsatzanstieg von 5 % auf 674 Millionen CHF und einen Nettogewinn von 164 Millionen CHF, trotz Gegenwind durch steigende Treibstoffpreise bei der Konzernfluggesellschaft SWISS. Barclays senkte dennoch am 6. Oktober das Kursziel der Aktie von 215 auf 200 CHF und warnte vor steigenden Kosten bei der indischen Konzession in Noida sowie einem langsameren Wachstum der Ausgaben pro Passagier im Einzelhandel. Für Mobilitäts- und Personalverantwortliche sind die aktuellen Durchsatzdaten wichtig, da sie die Verfügbarkeit von Slots, die Auslastung der Lounges und die Verhandlungsmacht bei Flugpreisen für 2027 beeinflussen. Ein stärkerer Transfermarkt könnte zudem den Vorstoß des Flughafens für eine Lockerung der nächtlichen Betriebssperre beschleunigen – ein Thema, das SWISS-Chef am selben Tag betonte. Reiseeinkäufer sollten sich daher auf ein moderates, aber anhaltendes Kapazitätswachstum auf den Kernstrecken über den Nordatlantik und den Asien-Pazifik-Raum ab Zürich im nächsten Sommer einstellen. Die Passagierzahlen stehen im Kontrast zum Aktienkurs des Flughafenbetreibers, der am 12. Oktober nur 1,8 % über seinem 52-Wochen-Tief von 200 EUR notierte. Die Skepsis am Markt spiegelt Sorgen über Investitionen in internationale Projekte und den unsicheren Starttermin des EU-ETIAS-Systems wider, das die Einnahmen aus dem Einkaufstourismus von Nicht-EU-Besuchern beeinträchtigen könnte. Dennoch deuten die Zahlen vom September darauf hin, dass die Schweiz ihre interkontinentale Vernetzung überproportional zu ihrer Bevölkerungsgröße ausbaut – ein positives Signal für Unternehmen, die regionale Hauptsitze oder hochwertige Projekte im Land ansiedeln.
Quelle: Ad-hoc News