
Dutzende Reisende erlebten am Montagnachmittag am Flughafen Zürich ein unerwartetes Abenteuer, als die automatisierte Skymetro-Personenbahn auf halber Strecke zwischen dem Hauptterminal und den E-Gates stehenblieb. Die Flughafenbehörden bestätigten, dass rund 50 Passagiere mehr als zwanzig Minuten lang eingeschlossen waren, bevor Einsatzkräfte sie durch einen Evakuierungstunnel führten und sicher zurück ins Terminal brachten. Verletzte gab es keine, doch mehrere Reisende verpassten Anschlussflüge, und einige Kurzstreckenabflüge verzögerten sich. Die Skymetro – von Einheimischen liebevoll „Heidi-Bahn“ genannt – befördert bis zu 2.000 Personen pro Stunde und ist eine wichtige Verbindung für den Umsteigeverkehr am verkehrsreichsten Flughafen der Schweiz. Die Panne ereignete sich mitten im Sommerreiseverkehr, während SWISS für Juli und August täglich rund 60.000 Passagiere erwartet. Obwohl der Vorfall schnell behoben wurde, verdeutlichte er die Anfälligkeit von Hub-Operationen, die auf vollautomatisierte Systeme angewiesen sind. Der Flughafenbetreiber Flughafen Zürich AG gab an, dass erste Untersuchungen auf einen Sensorfehler in einem der Führungssysteme der fahrerlosen Bahn hindeuten. Über Nacht wird eine umfassende Diagnose durchgeführt, und ein Ersatz-Shuttle wurde aktiviert, bis der volle Betrieb wiederhergestellt ist. Reisende mit Anschlussflügen auf Langstrecken wurden über manuelle Sicherheitskontrollen umgeleitet – was die Mindestumsteigezeiten um bis zu 25 Minuten verlängerte. Für Geschäftsreisende lautet die klare Botschaft: In den kommenden Tagen sollten bei der Planung von Zürich-Verbindungen besonders bei knappen Intra-Schengen- oder Schweizer Inlandsanschlüssen zusätzliche Pufferzeiten eingeplant werden. Der Flughafen betont, dass die Pünktlichkeitsziele unverändert bleiben, doch Gewerkschaftsvertreter des Bodenpersonals forderten einen „umfassenden Stresstest“ der alternden Infrastruktur, bevor das Verkehrsaufkommen Anfang August erneut seinen Höhepunkt erreicht. Praktisch bedeutet das für Passagiere: Flug-Apps genau im Blick behalten, frühzeitig am Abflugbereich eintreffen und sich auf vorübergehende Änderungen der Beschilderung im Flughafen einstellen. Der Vorfall fließt auch in die breitere Debatte in der Schweiz ein, wie viel Redundanz in kritischen Transportsystemen nötig ist, wenn das Verkehrsaufkommen in der Post-Pandemie-Zeit auf Rekordniveau zurückkehrt.
Quelle: Tagesschau