1. Globale Mobilitätsnachrichten
  2. /
  3. Deutschland
  4. /
  5. Lufthansa plant für 2026 Gewinnsprung mit neuen Langstrecken-Kabinen und schlankerer Crew-Struktur

Lufthansa plant für 2026 Gewinnsprung mit neuen Langstrecken-Kabinen und schlankerer Crew-Struktur

Nov. 29, 2025
·
Lufthansa plant für 2026 Gewinnsprung mit neuen Langstrecken-Kabinen und schlankerer Crew-Struktur
Lufthansa, die Hauptfluggesellschaft der Lufthansa Group, die von Analysten lange als „Problemkind“ innerhalb des Konzerns galt, hat einen umfassenden Service- und Produktivitätsplan vorgestellt, der im Geschäftsjahr 2026 einen „deutlichen Gewinnsprung“ bringen soll.

Nach einer Vorstandssitzung am 28. November 2025 erklärte CEO Jens Ritter gegenüber Journalisten, die Airline sei auf Kurs, die moderaten Gewinnziele für 2025 zu erreichen, müsse nun aber „vom Aufschwung zur Spitzenleistung“ übergehen. Kern des neuen Plans ist eine schnellere Flottenerneuerung: Im Jahr 2026 sollen zehn zusätzliche Boeing 787-9 und sechs Airbus A350-1000 ausgeliefert werden, was die Ausmusterung der letzten A340-300 sowie den vorzeitigen Rückzug mehrerer kostenintensiver A330 ermöglicht. Alle neuen Großraumflugzeuge erhalten die lang erwartete „Allegris“-Kabine mit direktem Zugang zum Gang in allen Reiseklassen und verbesserter Bordkonnektivität. Für Geschäftsreisende verspricht die Airline eine 15 % höhere Verfügbarkeit von Lie-Flat-Sitzen auf den wichtigsten transatlantischen Strecken.

Die Kostenkontrolle soll vor allem durch höhere Arbeitsproduktivität erreicht werden. Nach dem Abschluss neuer Tarifverträge mit Pilotengewerkschaften und Kabinenpersonal in diesem Quartal will Lufthansa die Anzahl der Reserveflugzeuge reduzieren und auf einen „Flex-Crew“-Dienstplan umstellen, der den flexiblen Personaleinsatz über die Lufthansa-, CityLine- und Eurowings Discover-Betriebsgenehmigungen hinweg ermöglicht – insbesondere in Spitzenzeiten. Das Management rechnet damit, dass diese Maßnahme die Auszahlungen für Verspätungsentschädigungen nach einem bereits um 40 % gesunkenen Wert in 2025 um weitere 120 Millionen Euro senken wird. Gleichzeitig wurde ein Gewinnbeteiligungsfonds von bis zu 200 Millionen Euro in die Verträge aufgenommen, um die Mitarbeiter während des Übergangs an Bord zu halten.

Lufthansa plant für 2026 Gewinnsprung mit neuen Langstrecken-Kabinen und schlankerer Crew-Struktur


Aus Kundensicht bestätigte Ritter, dass die im Herbst auf der Strecke München–Chicago getestete Überarbeitung des Langstrecken-Caterings – mit frischen Menüs, größeren Hauptgerichten und Vorbestelloptionen – bis April 2026 im gesamten Netzwerk eingeführt wird. Business-Class-Passagiere dürfen sich zudem auf neue Matratzenauflagen und ein Amenity-Kit in Zusammenarbeit mit der deutschen Öko-Marke ArmedAngels freuen. „Die Nachfrage im Premiumsegment ist wieder stark, aber die Passagiere vergleichen uns jetzt mit den ‚Sandkasten‘-Carriern aus dem Nahen Osten“, so Ritter. „Wir müssen diesen Vergleich gewinnen, ohne unsere Kostendisziplin aufzugeben.“

Für Mobilitätsmanager ist der Plan in zweierlei Hinsicht relevant. Erstens stärken die treibstoffeffizienteren 787 und A350 die Argumentation, dass Unternehmen ihre Scope-3-CO₂-Reduktionsziele erreichen können, während Frankfurt und München als Hubs erhalten bleiben. Zweitens könnte die Aussicht auf eine bessere Pünktlichkeit – unterstützt durch eine 20 %ige Reduzierung der Reserveflugzeuge – versteckte Kosten durch verpasste Anschlussflüge und Fürsorgepflichtprobleme verringern. Ritter betonte, dass das geringere Reserveverhältnis die Resilienz nicht beeinträchtige, und verwies darauf, dass die operative Stabilität 2025 es Lufthansa ermöglichte, die Ausgaben für Entschädigungen bei Betriebsstörungen von 217 Millionen Euro in 2024 auf unter 130 Millionen Euro in diesem Jahr zu senken.

Branchenanalysten zeigten sich vorsichtig optimistisch. Alex Irving, Leiter Luftfahrt bei Bernstein Research, sagte, die Kombination aus Produktverbesserungen und flexibleren Arbeitsregelungen „bringt endlich Lufthansas Kosten- und Erlösstruktur auf Augenhöhe mit IAG und Air France-KLM“. Er warnte jedoch, dass makroökonomische Risiken – insbesondere ein schwächerer Euro und hohe Flughafengebühren in Deutschland – die angestrebte operative Marge von 8 % unter Druck setzen könnten. Lufthansa wird im März auf ihrem Kapitalmarkttag detaillierte Prognosen für 2026 vorstellen.
Quelle: Reuters

Wie VisaHQ helfen kann

VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Deutschland.

Visa- und Einwanderungsteam @ VisaHQ

Das Expertenteam für Visa und Einwanderung von VisaHQ hilft Einzelpersonen und Unternehmen, die globalen Reise-, Arbeits- und Aufenthaltsanforderungen zu bewältigen. Wir kümmern uns um die Dokumentenvorbereitung, die Einreichung von Anträgen, die Koordination mit Regierungsbehörden und alle Aspekte, die notwendig sind, um schnelle, konforme und stressfreie Genehmigungen zu gewährleisten.

Redaktionelle Richtlinien
×