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Brasilien führt einheitliches humanitäres Visumssystem ein und ersetzt länderspezifische Regelungen

Jan. 7, 2026
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Brasilien führt einheitliches humanitäres Visumssystem ein und ersetzt länderspezifische Regelungen
Das brasilianische Justiz- und Sicherheitsministerium hat eine interministerielle Verordnung vorgestellt, die erstmals seit 2017 die humanitären Einwanderungsregeln des Landes neu gestaltet. Ab dem 1. Januar 2026 hebt die Maßnahme die bisher geltenden Ad-hoc-Programme für Afghanen, Haitianer und einige andere Nationalitäten auf und ersetzt sie durch einen einheitlichen, umfassenden Rahmen.

Nach den neuen Regeln wird die Berechtigung künftig nicht mehr allein vom Reisepass des Antragstellers abhängen. Stattdessen werden das Justizministerium und das Außenministerium gemeinsam regelmäßig Listen veröffentlichen, die die Nationalitäten und spezifischen Krisensituationen benennen, die für humanitären Schutz infrage kommen. Bis zur Veröffentlichung dieser Listen sind die Konsulate angewiesen, keine automatische Berechtigung für bestimmte Gruppen anzunehmen, was zu einer vorübergehenden Aussetzung neuer Anträge auf humanitäre Visa führt.

Brasilien führt einheitliches humanitäres Visumssystem ein und ersetzt länderspezifische Regelungen


Eine weitere Neuerung ist die Pflicht für Visumantragsteller, eine „Aufnahmezusage“ von einer Nichtregierungsorganisation (NGO) vorzulegen, die eine formelle Kooperationsvereinbarung mit der Bundesregierung hat. Die NGO muss nachweisen, dass sie Unterkunft und Integrationshilfe bieten kann – ein Schritt, um die chaotischen Unterbringungssituationen zu vermeiden, die bei früheren Ankünften von Afghanen und Venezolanern entstanden sind. Die Gebühren für Hauptantragsteller und Angehörige bleiben weiterhin erlassen.

Nach der Einreise nach Brasilien müssen die Begünstigten sich innerhalb von 90 Tagen bei der Bundespolizei registrieren und können anschließend eine zweijährige befristete Aufenthaltserlaubnis beantragen, die sowohl Arbeit als auch Studium erlaubt. Eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis ist später möglich, sofern der Inhaber keine Vorstrafen hat und die Abwesenheitsgrenzen einhält. Eine Übergangsregelung schützt Afghanen, Haitianer und andere, die sich bereits bis zum 31. Dezember 2025 in Brasilien aufhalten, und ermöglicht ihnen die Antragstellung unabhängig vom Status.

Für Manager der Unternehmensmobilität bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit. Unternehmen können nicht mehr automatisch davon ausgehen, dass Mitarbeiter oder Auftragnehmer aus Krisenländern über den humanitären Kanal Brasiliens einreisen dürfen. Personalabteilungen wird empfohlen, bei der Planung von Einsätzen mehr Vorlaufzeit einzuplanen, die kommenden gemeinsamen Verordnungen genau zu verfolgen und alternative Visakategorien – wie das kürzlich erweiterte Besuchervisum für kurzfristige technische Einsätze – in Betracht zu ziehen, wenn der humanitäre Status noch nicht bestätigt ist.
Quelle: Fragomen Immigration Alert

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