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Französischer Menschenrechtsbeauftragter kritisiert Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen gegen Migranten am Ärmelkanal

Jan. 27, 2026
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Französischer Menschenrechtsbeauftragter kritisiert Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen gegen Migranten am Ärmelkanal
Frankreichs Défenseure des droits, Claire Hédon, veröffentlichte am 26. Januar 2026 eine scharfe 18-seitige Stellungnahme, in der sie Polizeieinheiten an der Nordküste scharf kritisiert. Diese hatten bei der Abwehr von Migrantengruppen, die mit kleinen Booten von französischen Stränden aus in Richtung Großbritannien aufbrechen wollten, sogenannte Zwischenkraftwaffen eingesetzt – darunter Gummigeschützwerfer, Tränengaskanister und Reizstoffgranaten. Die Aufsichtsbehörde untersuchte 36 Vorfälle seit 2022, viele davon dokumentiert von der Hilfsorganisation Utopia 56, und kam zu dem Schluss, dass die Einsatzkräfte regelmäßig die Grundsätze der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit missachteten. In mehreren Fällen wurden die Waffen nachts, aus nächster Nähe oder in Anwesenheit von Kindern eingesetzt, was ein erhebliches Risiko des Kenterns der bereits in der Brandung befindlichen Schlauchboote darstellte.

Hédon bemängelte zudem eine systematische Intransparenz: Die Beamten schalteten häufig ihre Körperkameras nicht ein und reichten entgegen einer Direktive von 2017 nur wenige der vorgeschriebenen Berichte über den Einsatz von Zwangsmitteln (TSUA) ein. Bei einem Einsatz nahe Gravelines im April 2024 wurden beispielsweise 10 Gummigeschosse und 37 Tränengasgranaten abgefeuert, ohne dass ein detaillierter Bericht vorgelegt wurde. Die Ombudsfrau fordert ein sofortiges Verbot des Einsatzes solcher Waffen „wenn das alleinige Ziel darin besteht, das Einschiffen zu verhindern“, die verpflichtende Aktivierung der Kameras sowie eine lückenlose Dokumentation aller abgefeuerten Munition.

Französischer Menschenrechtsbeauftragter kritisiert Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen gegen Migranten am Ärmelkanal


Das Innenministerium hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert, doch die Ergebnisse könnten rechtliche Schritte vor französischen Verwaltungsgerichten und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nach sich ziehen. Für Mobilitätsmanager und Betreiber von Fährverbindungen über den Ärmelkanal signalisiert der Bericht ein verschärftes Durchsetzungsumfeld an der französischen Nordküste, was die Risiken für Mitarbeiter, Auftragnehmer und Lieferketten, die Calais und Dünkirchen passieren, erhöhen könnte. Logistikunternehmen sollten ihre Fahrer auf mögliche Verzögerungen vorbereiten und sicherstellen, dass Krisenreaktionspläne aktuell sind.

Die Entscheidung erhöht zudem den Druck auf Paris und London, die Polizeimaßnahmen durch den Ausbau sicherer Migrationswege und eine schnellere Asylbearbeitung zu ergänzen – Themen, die Unternehmens-Mobilitätsteams weiterhin genau beobachten, während sie die Personaleinsätze für 2026 an der UK-EU-Grenze planen.
Quelle: Le Monde

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