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EU gewährt Frankreich mehr Spielraum bei biometrischen Grenzkontrollen und verschiebt die vollständige Einführung des EES auf nach den Sommerferien

Feb. 3, 2026
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EU gewährt Frankreich mehr Spielraum bei biometrischen Grenzkontrollen und verschiebt die vollständige Einführung des EES auf nach den Sommerferien
Französische Flughäfen, Seehäfen und Kanalkreuzungsterminals erhalten eine Atempause, nachdem die Europäische Kommission bestätigt hat, dass die Mitgliedstaaten die Nutzung des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) während des Reiseansturms 2026 pausieren oder reduzieren können. Ursprünglich sollte ab dem 10. April an allen externen Schengen-Grenzen 100 Prozent der Fingerabdrücke und Gesichtsbilder von Nicht-EU-Ankommenden erfasst werden.

In der Praxis haben Anlaufschwierigkeiten am Pariser Flughafen Charles de Gaulle, Orly, im Eurotunnel und an Fährhäfen die Warteschlangen um bis zu 70 Prozent verlängert und zu einigen verpassten Anschlussverbindungen geführt. Als Reaktion darauf erlaubt Brüssel sogenannte „Notfallzeiträume“ von bis zu 90 Tagen (plus einer 60-tägigen Verlängerung), in denen die französische Grenzpolizei bei unkontrollierbaren Staus vorübergehend wieder manuelle Passstempel verwenden darf.

Für Geschäftsreisende und Entsandte bedeutet diese Entlastung, dass die Grenzkontrollen in Frankreich bis mindestens September eine Mischung aus manuellen und biometrischen Prüfungen bleiben werden. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter daher weiterhin anhalten, bei der Ankunft mehr Zeit einzuplanen, insbesondere wenn sie ihre biometrischen Daten noch nicht registriert haben. Mobilitätsmanager müssen zudem die schrittweise Ausweitung der verpflichtenden Registrierung im Blick behalten: Seit dem 9. Januar wurden bereits 35 Prozent der berechtigten Passagiere erfasst, und das Innenministerium plant, die vollständige Abdeckung zu erreichen, sobald die Infrastruktur stabil läuft.

EU gewährt Frankreich mehr Spielraum bei biometrischen Grenzkontrollen und verschiebt die vollständige Einführung des EES auf nach den Sommerferien


Die Verzögerung hebt jedoch nicht die langfristige Verpflichtung auf. Fluggesellschaften, Flughafenbetreiber und Firmenreiseteams arbeiten mit Hochdruck daran, Selbstbedienungskioske zu installieren, API-Schnittstellen zu aktualisieren und Passagierkommunikationen für den Umstieg im Herbst anzupassen. Eurostar plant beispielsweise, die Anzahl der französischen Grenzkontrollstellen am Londoner Bahnhof St Pancras zu verdoppeln und das Boarding 30 Minuten früher zu ermöglichen, um Engpässe durch die Kioske auszugleichen.

Mit Blick auf die Zukunft wird die EES-Datenbank direkt in ETIAS, das Reisegenehmigungssystem, das nun für Ende 2026 geplant ist, eingespeist. Französische Behörden warnen, dass bei Aktivierung beider Systeme Überziehungen automatisch erkannt werden und zukünftige visafreie Reisen oder Arbeitserlaubnisverlängerungen gefährden könnten. Führungskräfte im Bereich globale Mobilität sollten daher ihre Tools zur Aufenthaltsdauerüberwachung überprüfen und Vielreisende über die 90/180-Tage-Schengen-Regel informieren.

Kurzfristig lautet die wichtigste Empfehlung, Pufferzeiten in Terminpläne und Flugverbindungen einzubauen. Obwohl die Flexibilität der Kommission begrüßenswert ist, sollten Führungskräfte, die diesen Sommer nach Frankreich einreisen, weiterhin mit gelegentlichen Warteschlangen rechnen und ausgedruckte Reisepläne mitführen, falls sie für eine manuelle Kontrolle herausgezogen werden.
Quelle: Euronews

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