
Die vierteljährliche Stellenangebotsumfrage von Statistik Finnland, veröffentlicht am 20. Februar, zeigt, dass Arbeitgeber zum Jahresende 2025 nur noch 22.700 unbesetzte Stellen gemeldet haben – ein Rückgang von 31 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und der niedrigste Wert seit 2016. Besonders stark sanken die Zahlen im Bauwesen, in der Fertigung und im IT-Sektor, während die offenen Stellen im Gesundheitswesen weiterhin hartnäckig hoch bleiben. Für Planer globaler Mobilität verbirgt die Gesamtzahl jedoch ein Paradoxon: Der Arbeitsmarkt insgesamt kühlt ab, doch in bestimmten Branchen wie Pflege, Softwareentwicklung und grüner Technologie bestehen weiterhin Engpässe – Positionen, die zunehmend mit ausländischen Fachkräften besetzt werden. Der Rückgang der offenen Stellen könnte daher den internen Wettbewerb um die verbleibenden Plätze unter Finnlands Schnellverfahren für D-Visa und EU-Blaukarte verschärfen. Arbeitgeber, die Kosteneinsparungen durch Verlagerungen anstreben, könnten den Rückgang als Chance sehen, niedrigere Gehälter mit neuen Mitarbeitern auszuhandeln. Einwanderungsberater warnen jedoch, dass geringere Gehälter die Genehmigung von Arbeitserlaubnissen gefährden können, da Migri die Gehälter an nationalen Medianwerten und nicht an Einzelfallangeboten misst. Die Daten fließen auch in die Debatte um die neue sechsjährige Regel für den dauerhaften Aufenthalt ein: Wirtschaftsverbände argumentieren, dass längere Fristen potenzielle Bewerber abschrecken, gerade wenn Unternehmen dringend neue Fachkräfte benötigen, um den demografischen Wandel auszugleichen. Sollte die Zahl der offenen Stellen im Laufe des Jahres 2026 wieder steigen – wie viele Analysten erwarten – könnten sich die Wartezeiten bei der Visabearbeitung verlängern, sofern Migri nicht personell aufstockt. Personalabteilungen wird empfohlen, wichtige Einstellungen vor der Sommerpause abzuschließen, regionale Gehaltsvergleiche zu nutzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und die bevorstehenden parlamentarischen Diskussionen über einen vorgeschlagenen punktebasierten Pilotversuch für Arbeitserlaubnisse zu verfolgen, der Engpässe in kritischen Branchen entschärfen soll.
Quelle: Helsinki Times
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