
Im Februar 2026 kursierten auf Xiaohongshu und anderen chinesischsprachigen Plattformen Beiträge, die behaupteten, Bewerber um die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in Hongkong könnten eine schnellere Genehmigung erhalten, wenn sie Mandatory Provident Fund-Auszüge, Nachweise über Geschäftsbesitz oder Aufzeichnungen über durchgehende private Versicherungen vorlegen. Das Faktencheck-Projekt Annie Lab am Journalism & Media Studies Centre der Universität Hongkong widerlegte dieses Gerücht am 9. März 2026 nach Rücksprache mit dem Einwanderungsamt und Prüfung der Einwanderungsverordnung. Artikel 24 des Basic Law bleibt die einzige verfassungsrechtliche Grundlage für den Aufenthaltsstatus: Antragsteller müssen „gewöhnlich“ sieben Jahre ununterbrochen im Gebiet gelebt haben. Unterstützende Dokumente wie Steuererklärungen oder Stromrechnungen dienen zwar zur Wohnsitzbestätigung, bringen aber keine „Bonus“-Punkte und es gibt keine gesetzliche Punktebewertung wie beim Quality Migrant Admission Scheme. Das Amt bestätigte zudem, dass eine Abwesenheit von mehr als 180 Tagen pro Jahr nicht automatisch den gewöhnlichen Wohnsitz unterbricht; stattdessen wenden die Sachbearbeiter den 2001 vom Obersten Gerichtshof etablierten ganzheitlichen Test an (Fateh Muhammad gegen Commissioner of Registration). Für global mobile Fachkräfte ist diese Klarstellung wichtig. Personalabteilungen, die Festlandchinesen oder langfristige Expats einstellen, können weiterhin auf den bewährten siebenjährigen Weg setzen, ohne ihre Vorgaben zum Aufenthaltsmuster anzupassen oder neue Dokumente zu sammeln. Zudem schützt dies Mitarbeiter vor unseriösen „Beratern“, die kostenpflichtige Pakete mit schnellerer Genehmigung versprechen. Multinationale Arbeitgeber sollten ihre internen FAQs und Vorbereitungsunterlagen aktualisieren, um die Fakten klarzustellen, und Mitarbeiter davor warnen, persönliche Daten an nicht lizenzierte Migrationsagenten weiterzugeben, die die virale Fehlinformation ausnutzen. Compliance-Beauftragte sollten zudem die Führungskräfte daran erinnern, dass ausländische Haushaltshilfen und Inhaber von Arbeitsgenehmigungen für importierte Arbeitskräfte unabhängig von der Aufenthaltsdauer nicht für den gewöhnlichen Wohnsitz infrage kommen – ein oft missverstandener Bereich bei den Geschäftsbereichsleitern.
Quelle: Annie Lab
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