
IndiGo, Indiens größter Fluggesellschaft nach Marktanteil, nutzt seit dem 14. März 2026 stillschweigend den Luftraum Saudi-Arabiens für mehrere westwärts gerichtete Flüge nach Europa. Passagiere und Luftfahrtbeobachter bemerkten, dass die Flüge Mumbai–Istanbul und Delhi–Frankfurt an diesem Tag auf Flightradar24 eine südlichere Route über Riad nahmen, bevor sie nach Nordwesten abdrehten – eine Strecke, die indischen Airlines zuletzt wegen Überfluggenehmigungen und der anhaltenden Sperrung des pakistanischen Luftraums verwehrt war. Diese Änderung ist bedeutend, da seit der Schließung des pakistanischen Luftraums für indische Fluggesellschaften im Februar 2025, zuletzt verlängert am 1. März 2026, die Airlines gezwungen waren, Umwege über das Arabische Meer und das Rote Meer zu fliegen, was 35 bis 60 Minuten zusätzlich und in manchen Fällen einen technischen Tankstopp erforderte. Ein begrenzter humanitärer Luftkorridor, den Saudi-Arabien am 11. März eröffnete, wurde nun laut Branchenquellen für kommerzielle Überflüge erweitert, was IndiGo ermöglicht, auf der Strecke Mumbai–Amsterdam etwa 25 Minuten und bis zu 1,2 Tonnen Treibstoff einzusparen. Für Manager der Unternehmensmobilität bedeutet dies vor allem kürzere Blockzeiten und eine verbesserte Pünktlichkeit an europäischen Drehkreuzen – entscheidend, wenn Crews und Geschäftsreisende Anschlussflüge sichern müssen. Der geringere Treibstoffverbrauch kompensiert zudem die seit der Eskalation des Iran-Konflikts gestiegenen Versicherungsprämien, was den Druck auf die internationalen Flugpreise mindert, die laut Daten der Indian Association of Tour Operators im Jahresvergleich um 28 Prozent gestiegen sind. Operativ ist die neue Route möglich, weil die saudischen Behörden temporäre Flight Information Region (FIR)-Korridore ab FL330 für indisch registrierte Flugzeuge aktiviert haben – eine Genehmigung, die Air India bereits für ihre Hilfsflüge nach Dschidda in begrenztem Umfang erhalten hatte. IndiGos Langstrecken-A321XLR im Wetlease genießen nun dieselbe Erlaubnis, und die Airline wird voraussichtlich noch diese Woche ihre Flugzeiten für den Sommerflugplan anpassen. Reise-Risikoberater raten jedoch weiterhin zur Vorsicht: Sollte sich die Sicherheitslage im Nahen Osten verschlechtern, könnte Riad die Überfluggenehmigungen mit kurzer Vorwarnung zurückziehen und die Airlines zu längeren Routen zwingen. Mobilitätsteams wird empfohlen, die NOTAM OEDD FIR/014-26 zu beobachten und zusätzliche Pufferzeiten in die Reisepläne einzubauen, bis der Korridor offiziell bestätigt ist.