
Die Leitung des Flughafens Warschau-Modlin präsentierte am 4. April Visualisierungen eines temporären Passagierterminals mit Leinwanddach, das vor der Hauptsaison im Sommer eröffnet werden soll. Die neben dem bestehenden Gebäude errichtete Struktur wird vier zusätzliche Boarding-Gates bieten – insgesamt also acht – und die jährliche Kapazität auf etwa acht Millionen Passagiere erhöhen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Ausbauplans, der eine dauerhafte Terminalerweiterung, neue Flugzeugpositionen und einen Bahnanschluss umfasst, der den Low-Cost-Hub in weniger als 35 Minuten mit dem Zentrum Warschaus verbindet. Flughafenchef Jacek Kowalski betonte, dass die Zwischenlösung notwendig sei, um Warteschlangen während der schrittweisen Renovierung des Hauptgebäudes zu vermeiden. Ryanair, das neun Flugzeuge in Modlin stationiert und 90 % des Verkehrs abwickelt, hat 400 Millionen US-Dollar zugesagt, um sein polnisches Streckennetz nach Fertigstellung der Infrastruktur auszubauen. Die irische Fluggesellschaft plant, im Winterflugplan 2026 zusätzliche Verbindungen nach London, Mailand und Stockholm anzubieten, was den Kapazitätsdruck weiter erhöhen wird. Für Geschäftsreisende ist die Ankündigung positiv: Modlin bietet niedrigere Gebühren als der Chopin-Flughafen und wird zunehmend für Kurzstrecken-Incentive-Reisen und regionale Meetings genutzt. Allerdings haben Engpässe bei der Bodenabfertigung zu Beschwerden multinationaler Unternehmen geführt, deren Mitarbeiter lange Sicherheitskontrollen in Kauf nehmen müssen. Das temporäre Terminal wird zusätzliche Sicherheitskontrollspuren und Schengen-Abflugbereiche beherbergen, während der Nicht-Schengen-Verkehr weiterhin vom Hauptgebäude abgefertigt wird, um eine doppelte Grenzpolizeiinfrastruktur zu vermeiden. Mittelfristig planen die Eigentümer von Modlin – die Woiwodschaft Masowien, der Staatsschatz und die polnische Flughafenbehörde PPL – die Digitalisierung der Flugsicherung durch die Installation eines Remote-Turms, um Platz für weitere Flugzeugpositionen zu schaffen. Bei Genehmigung in diesem Sommer soll die 1,2 Milliarden PLN teure dauerhafte Erweiterung bis 2029 abgeschlossen sein und Modlin als Entlastungsflughafen für den noch zu bauenden Zentralen Kommunikationsflughafen positionieren. Reiseeinkäufer sollten veränderte Verkehrsströme und die Möglichkeit berücksichtigen, dass Charterflüge nach Inbetriebnahme der zusätzlichen Gates vom Chopin- zum Modlin-Flughafen verlagert werden könnten.
Quelle: Onet Podróże
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