
Am Karfreitag staute sich der Verkehr am nördlichen Portal des Gotthard-Strassentunnels in der Schweiz auf 21 Kilometer, sodass Urlauber auf dem Weg nach Italien oder ins Tessin bis zu 3½ Stunden warten mussten. Der Touring Club Schweiz (TCS) bestätigte den Stau – einer der schlimmsten Osterstaus seit 2022 – über seinen Echtzeit-Twitter-Kanal. Der Gotthard ist Europas wichtigste Nord-Süd-Verbindung für Freizeitreisende und Güterverkehr. Ein Zusammenspiel aus sonnigem Wetter zum Ski-Finale, gestaffelten Schulferien in den deutschsprachigen Kantonen und der frühen Touristennachfrage am Comer See überforderte die Autobahn A2. Ausweichrouten waren kaum nutzbar: Der hochalpine Gotthardpass bleibt bis Juni schneebedeckt, und auch auf der San-Bernardino-Route bildeten sich immer längere Rückstaus. Als Gegenmaßnahmen wurden Ampelregelungen in Göschenen, mobile Patrouillen und Radiomeldungen mit Umleitungsempfehlungen über die Lötschberg-Bahn oder die A13 eingesetzt. Die Behörden erinnerten an Bußgelder von bis zu 200 CHF für die Nutzung von Rettungsgassen und rieten Reisenden, Wasser und Treibstoffreserven mitzuführen. Wirtschaftliche Folgen: Supply-Chain-Manager, die Just-in-Time-Lieferungen zwischen Nordeuropa und der Lombardei koordinieren, meldeten Verzögerungen von bis zu sechs Stunden, was einige Logistikunternehmen zwang, teurere Umleitungen über den Mont-Blanc-Tunnel in Frankreich zu wählen. Grenzgänger, die am Ostermontag zurückkehren, könnten ähnliche Staus erleben, weshalb Personalabteilungen flexible Arbeitszeiten erlauben. Langfristige Lösung? Der Bau des zweiten Gotthard-Strassentunnels, der für 2032 geplant ist, soll Wartungsarbeiten erleichtern, wird aber laut aktueller politischer Vereinbarungen die Kapazität zu Spitzenzeiten nicht erhöhen. Bis dahin bleiben digitale Stau-Management-Apps und gestaffelte Ferienkalender die wichtigsten Mittel der Schweiz gegen den Ferienverkehrsstau.
Quelle: FrontaliereTicino