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Frist für EU-Biometrisches Grenzsystem sorgt für Unsicherheit bei britischen Reisezentren

Apr. 14, 2026
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Frist für EU-Biometrisches Grenzsystem sorgt für Unsicherheit bei britischen Reisezentren
Das Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union – ein vollständig digitales Register, das das Stempeln von Pässen durch Fingerabdruck- und Gesichtserkennung ersetzt – ist seit dem 10. April offiziell in Betrieb. Nach dem offiziellen Abschluss der schrittweisen Einführung richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die Herausforderungen für Reisende, die vom Vereinigten Königreich auf den Kontinent ausreisen. Die Reisewarnung ITIJ weist darauf hin, dass Passagiere des Eurostar am Londoner Bahnhof St Pancras, auf den Kanal-Fähren ab Dover sowie durch den Eurotunnel in Folkestone vor dem Einsteigen biometrisch erfasst werden müssen. Auch Fluggesellschaften, die von britischen Flughäfen in den Schengen-Raum fliegen, bereiten sich auf längere Check-in-Schlangen vor, da Erstregistrierungen Zeit in Anspruch nehmen. Während viele Flughäfen auf dem Kontinent bereits vor Monaten auf das neue System umgestellt haben, hatten die französischen Kontrollstellen auf britischem Boden Schwierigkeiten, die notwendige Technik rechtzeitig zu installieren. Daher könnten die Grenzbehörden während Spitzenzeiten die biometrische Erfassung aussetzen – eine Notfallmaßnahme, die unter EU-Regeln erlaubt ist – um Rückstaus abzubauen. Branchenverbände, die Busunternehmen und Gruppenreisen vertreten, warnen, dass die Registrierung einer einzelnen Familie bis zu vier Minuten dauern kann, was die Wartezeiten bei Urlaubs- und Geschäftsreisen erheblich verlängert. Die Europäische Kommission betont, dass registrierte Reisende bei Folgereisen schneller passieren und die Daten drei Jahre lang gespeichert werden. Dennoch bleiben britische Manager für Geschäftsreisen vorsichtig. „Wir empfehlen unseren Kunden, für Eurostar-Abfahrten bis zur vollständigen Etablierung des Systems eine zusätzliche Stunde einzuplanen“, sagt Susan Kellerman, Mobility Lead bei der internationalen Kanzlei Addleshaw Goddard. Der Hafen Dover hat nach Osterversuchen, bei denen an einem Wochenende 1.300 Fahrzeuge abgefertigt wurden, eine eigene Busanlage eingerichtet, hält aber bei steigendem Verkehrsaufkommen Ausweichflächen bereit. Auch Teams für Geschäftsimmigration müssen sich auf die neue Situation einstellen: Das Stempeln britischer Pässe – oft als Nachweis der „Reisehistorie“ für Verlängerungsanträge genutzt – entfällt. Stattdessen werden Ein- und Ausreisedaten im Schengen-Raum elektronisch gespeichert und sind für Fluggesellschaften und möglicherweise auch das Innenministerium zugänglich. Dies könnte die Überwachung der Einhaltung von Vorschriften für entsandte Arbeitnehmer und die Berechnung der 90/180-Tage-Regelung verbessern. Für den Moment lautet der praktische Rat: Reisende informieren, Pufferzeiten einplanen und Passseiten freihalten – für alle Fälle. Das EES verspricht langfristig reibungslosere Grenzabfertigungen, doch die kommenden Wochen werden zur Bewährungsprobe für Europas größten technologischen Grenzsprung seit Jahrzehnten.
Quelle: ITIJ

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