
Kaum eine Woche nach dem vollständigen Start des EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) am 10. April spüren Passagiere an spanischen Flughäfen die Auswirkungen. Berichte des Euro Weekly News vom 16. April melden Wartezeiten von bis zu drei Stunden bei der Passkontrolle, da Grenzbeamte erstmals Fingerabdrücke und Gesichtsbilder von Nicht-EU-Besuchern erfassen. Mehrere Reisende verpassten Flüge, während Fluggesellschaften ihre Kunden aufforderten, früher anzureisen. Das EES ersetzt das manuelle Abstempeln von Pässen durch biometrische Registrierung und eine automatische Erfassung der Aufenthaltsdauer im Schengen-Raum. Besonders betroffen sind britische Staatsbürger nach dem Brexit sowie Geschäftsreisende mit mehrfachen Schengen-Visa, die nach Spanien einreisen. Der Branchenverband ACI Europe warnt, dass ohne zusätzliches Personal die Engpässe in der Hochsaison die Pünktlichkeit der Flughäfen und die Slot-Leistung beeinträchtigen könnten. Der spanische Flughafenbetreiber AENA berichtet, dass über 500 Selbstbedienungskioske und elektronische Gates installiert wurden, doch anfängliche Probleme – Softwarefehler und ungewohnte Abläufe für Passagiere – verlangsamen den Ablauf. Die Grenzpolizei hat Überstundenpläne aufgestellt, doch Gewerkschaften fordern mehr festangestellte Beamte. Für Manager der globalen Mobilität lautet der Rat: mehr Zeit am Boden einplanen, Mitarbeiter über Fingerabdruck- und Fotoverfahren informieren und gedruckte Reisepläne bereithalten für den Fall vorübergehender Systemausfälle. Vielflieger sollten zudem die geplante Einführung der ETIAS-Reisegenehmigung im Auge behalten, die nun für Ende 2026 vorgesehen ist, aber von der Stabilität des EES abhängt.
Quelle: Euro Weekly News