
Nur fünf Tage nach der verpflichtenden Einführung des biometrischen Ein- und Ausreisesystems (EES) der EU erleben spanische Flughäfen die befürchteten Anlaufschwierigkeiten. Am 15. April berichtete die nationale Zeitung AS von Wartezeiten von „bis zu drei Stunden“ am Flughafen Madrid-Barajas und Barcelona-El Prat, da Drittstaatsangehörige für Fingerabdruck- und Gesichtsscans Schlange standen. EasyJet bestätigte, dass am 14. April über 100 Passagiere in Palma de Mallorca Anschlussflüge verpassten. El País zitierte Flughafenbetreiber, die warnten, die Lage könnte bis zum Sommer „unkontrollierbar“ werden, wenn nicht zusätzliche e-Gates und Personal eingesetzt werden. Die Internationale Luftverkehrsvereinigung schätzt, dass die erstmalige Registrierung durchschnittlich vier Minuten pro Reisendem dauert – das Vierfache der Zeit für einen Passstempel. Obwohl spanische Einwohner mit biometrischen TIE-Karten von der Registrierung ausgenommen sind, wurden viele irrtümlich in die EES-Schlange geleitet, was die Verzögerungen verschärfte. The Guardian berichtete, dass EU-Beamte am 15. April ein Krisentreffen mit Flughafenverbänden abhielten, um Software-Updates zu koordinieren und Verfahren für Transitpassagiere zu klären. Eine generelle Aussetzung des Systems wurde ausgeschlossen, jedoch erinnerten sie die Mitgliedstaaten daran, dass Artikel 25 der EES-Verordnung in Ausnahmefällen eine vorübergehende Rückkehr zu manuellen Kontrollen erlaubt – eine Option, die Spanien bisher ablehnt. Für Firmenmobilitätsteams lautet die unmittelbare Empfehlung: Reisende sollten mindestens 45 bis 60 Minuten früher ankommen, Inhaber von Aufenthaltstiteln müssen einen Nachweis über die Befreiung mitführen, und Geschäftsreisende mit Laptops sollten beachten, dass die Regeln für Flüssigkeiten und Elektronik unverändert bleiben, sodass der „Fast Track“ die EES-Verzögerungen nicht ausgleicht. Unternehmen mit Hub-and-Spoke-Reisemustern über Madrid oder Barcelona könnten vorübergehend Umleitungen über Lissabon oder Paris in Betracht ziehen, bis sich der Durchsatz stabilisiert. Langfristig könnten in Spanien spezielle „Business“-Spuren eingeführt werden, ähnlich denen, die vor dem Rollout für britische Staatsbürger in Palma getestet wurden. Jede Neuverteilung von Flächen erfordert jedoch eine Abstimmung mit AENA, dem nationalen Flughafenbetreiber, sowie der Nationalpolizei, die die Grenzkontrollen durchführt.
Quelle: AS / El País / The Guardian
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