
Chinesische Auslandsreisende, die während der „Goldenen Woche“ Anfang Mai Kurzurlaube planen, wurden am 17. April von einer Welle an Flugstornierungen überrascht. Branchenbeobachter Flight Manager und China National Radio berichteten zuerst, dass Thai AirAsia X den Flug von Bangkok (Don Mueang) nach Shanghai (Pudong) für den Rest der nördlichen Sommersaison mit sofortiger Wirkung eingestellt hat. Die Schwesterfluggesellschaft Thai AirAsia wird zudem ab dem 11. Mai die Flüge von Xi’an nach Bangkok einstellen, während die Verbindung Kuala Lumpur – Chengdu (Tianfu) von AirAsia X seit dem 7. April nicht mehr in den GDS-Systemen angezeigt wird. Separat bestätigte Air China die Aussetzung der Strecke Chengdu Tianfu – Kuala Lumpur bis mindestens 30. Juni. Die Airlines machen den beispiellosen Anstieg der Kerosinpreise – aktuell im Durchschnitt bei 209 US-Dollar pro Barrel, mehr als doppelt so hoch wie Ende Februar – für die Unwirtschaftlichkeit der weniger frequentierten Freizeitstrecken verantwortlich. Die Fluggesellschaften stehen vor einem Dilemma: Preiserhöhungen würden die Nachfrage ersticken, gerade jetzt, wo der chinesische Auslandsreisemarkt sich erholt, während der Betrieb verlustbringender Strecken die ohnehin knappen Finanzreserven weiter belastet. Für Mobilitätsmanager und Travel Management Companies (TMCs) haben die plötzlichen Streichungen unmittelbare operative Folgen. Die Stornierungsrate für geplante internationale Abflüge im Zeitraum 27. April bis 5. Mai ist laut Flight Manager-Daten auf 7,4 Prozent gestiegen. Unternehmen mit Asien-Pazifik-Reiserouten müssen ihre Reisenden nun über Beijing, Guangzhou oder Singapur umleiten, was Zeit, Kosten und in vielen Fällen eine Übernachtung mit sich bringt, die wiederum eine Überprüfung der Fürsorgepflicht erfordert. Reiseversicherer melden einen Anstieg bei Anfragen zu Schadensfällen, wobei einige Firmenpolicen „operative Stornierungen aus kommerziellen Gründen“ nicht abdecken. Praktische Gegenmaßnahmen sind die Umbuchung auf die wenigen unbetroffenen chinesischen Full-Service-Carrier, die Buchung von erstattungsfähigen Hotelraten sowie das Markieren von Risikobuchungen (PNRs) in Online-Buchungstools, um Reisende in Echtzeit zu informieren. Langfristig verdeutlicht dieser Vorfall die Fragilität der Wiederbelebung der internationalen Luftverbindungen Chinas. Solange der Schock durch die Treibstoffpreise anhält – oder die Luftfahrtbehörde den vor-Covid-Treibstoffzuschlag nicht wieder einführt – sollten Mobilitätsplaner mit Volatilität auf sekundären südostasiatischen Strecken rechnen. Unternehmen mit regionalen Entsendungsprogrammen wird empfohlen, alternative Hub-and-Spoke-Routen bereitzuhalten und zusätzliche Umsteigezeiten in ihre Reiserichtlinien einzubauen.
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