
Arbeitskampf bei Lufthansa-Piloten (13.-14. April) und ITA Airways-Crews (17. April) sorgt weiterhin für erhebliche Störungen im italienischen Luftverkehr. Laut Flugrechte-Plattform AirHelp sind bis zum 20. April 2026 insgesamt 410 Flüge betroffen, davon 54 komplett gestrichen. Besonders stark betroffen sind die Flughäfen Rom-Fiumicino, Mailand-Linate, Venedig-Marco Polo und Bologna-Marconi; als einziger großer Flughafen blieb Olbia auf Sardinien von Verspätungen verschont. Da die Streiks von Flugpersonal und nicht von der Flugsicherung ausgingen, haben Passagiere bei annullierten oder stark verspäteten Flügen Anspruch auf Entschädigungen von bis zu 600 Euro pro Person gemäß EU-Verordnung 261/2004. Geschäftsreisende sollten darauf achten, Bordkarten aufzubewahren und bei Umbuchungen eine schriftliche Bestätigung des Streikgrundes einzufordern. Die Doppelstreiks verdeutlichen die Anfälligkeit der Frühjahrsflugpläne, die bereits durch die Umstellung auf das neue biometrische Ein- und Ausreisesystem der EU belastet sind, das die Abfertigungszeiten an Nicht-Schengen-Gates verlängert. Reisebüros berichten, dass einige multinationale Unternehmen Meetings vorübergehend von Rom und Mailand in kleinere Städte oder in virtuelle Formate verlegen – zumindest bis nach dem 25. April. Für die Zukunft haben italienische Gewerkschaften der Kabinenbesatzung einen weiteren achtstündigen Streik für den 11. Mai angekündigt, während die Flugsicherungsgewerkschaften mit rollierenden Arbeitsniederlegungen drohen, falls die Gehaltsverhandlungen nicht vorankommen. Risikoscheue Arbeitgeber sollten Reisende ermutigen, frühere Flüge zu wählen, flexible Tickets zu buchen und Airline-Apps für Echtzeit-Updates zu nutzen. Im Frachtbereich führt der Streik zu Engpässen bei der Kapazität im Frachtraum, weshalb Logistikteams vermehrt auf Frachtflugzeuge oder kombinierte Lkw-Flug-Alternativen auf stark frequentierten Strecken setzen.
Quelle: AirHelp
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