
Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der summitbedingten Kontrollen abzumildern, veröffentlichte die Genfer Kantonsregierung am 21. Mai 2026 ein detailliertes Programm, nach dem Arbeitgeber spezielle Windschutzscheibenaufkleber – sogenannte „Macarons“ – für Mitarbeitende beantragen können, die in Frankreich wohnen, aber in der Schweiz wichtige Aufgaben erfüllen. Die Maßnahme gilt vom 12. bis 18. Juni und fällt genau mit der Phase verstärkter Zollkontrollen zusammen. Inhaber des Macarons werden an den beiden Hauptübergängen Bardonnex und Thônex-Vallard über eigene Spuren geleitet und erhalten zeitlich begrenzten Zugang zu drei kleineren, exklusiv für sie geöffneten Kontrollstellen. Anspruchsberechtigte Branchen sind unter anderem Krankenhäuser, Rettungsdienste, Energieversorger, öffentlicher Verkehr (TPG) und der Betrieb des Flughafens Genf. Antragsteller müssen drei kumulative Kriterien erfüllen: (1) Wohnsitz in Frankreich, (2) eine vor Ort auszuführende Tätigkeit, die nicht remote erledigt werden kann, und (3) feste oder Bereitschaftsdienste. Die Anträge müssen von den Arbeitgebern gestellt werden, nicht von Einzelpersonen, und sind bis zum 27. Mai, 23:59 Uhr, einzureichen. Die Aufkleber werden Anfang Juni verteilt und sind nicht übertragbar; Missbrauch kann strafrechtlich verfolgt werden. Für Mobilitäts- und Personalabteilungen ist der Macaron eine wichtige Unterstützung: Rund 70 % des Pflegepersonals des Universitätsspitals Genf und ein Drittel des Bodenpersonals am Flughafen sind französische Grenzgänger. Ohne den Schnellzugang wäre die Kontinuität der Dienste – die bereits durch Rekordtourismus belastet ist – gefährdet. Unternehmen, die nicht auf der Liste der kritischen Sektoren stehen, sollten alternative Personalpläne oder Homeoffice-Lösungen vorbereiten. Die Initiative basiert auf den Erfahrungen des G8-Gipfels 2003, als verstopfte Grenzen dem Kanton geschätzte 40 Millionen CHF an Produktivitätsverlusten einbrachten. Durch die Vorab-Identifikation der Schlüsselpersonen will Genf eine Wiederholung vermeiden und der Weltpresse ein geordnetes Bild präsentieren. Gleichzeitig zeigt sie, wie nicht nur die Bundes-, sondern auch die lokalen Behörden die Mobilitätspolitik in Echtzeit mitgestalten – ein wichtiges Signal für Personalverantwortliche, die dezentrale Schweizer Belegschaften managen.
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